Festverzinsliche Wertpapiere

Monika Weber
01.06.2009

Der Begriff festverzinsliches Wertpapier ist ein Sammelbegriff für alle Wertpapiere, die Anlegern einen festen Zinsertrag versprechen und den Emittenten (=Herausgeber des Wertpapiers) als langfristige Finanzierungsmöglichkeit dienen. Grundsätzlich haben Anleger festverzinslicher Wertpapiere gegenüber den Emittenten das Anrecht auf die Zahlung der Zinsen, die im Wertpapier verbrieft werden. Im Gegensatz zu Festgeldern muss es sich aber nicht immer um jährlich zu zahlende Festzinsen handeln, sondern die Verzinsung kann auch von bestimmten Faktoren abhängig sein (z.Bsp. bei Floatern). Gleichzeitig ist hiermit der Anspruch auf Rückzahlung des Nennbetrages bei Fälligkeit des Wertpapiers verbunden. Im Vergleich zum Kauf einer Aktie erhält der Anleger jedoch keinen Anteil am Eigenkapital des Unternehmens. Für den Emittenten sind festverzinsliche Wertpapiere in der Bilanz somit auch kein Eigenkapital, sondern Fremdkapital.

Als Emittenten für festverzinsliche Wertpapiere kommen sowohl Staaten als auch Banken und Unternehmen in Frage. Werden festverzinsliche Wertpapiere beispielsweise von der Bundesrepublik Deutschland begeben, spricht man von Bundeswertpapieren. Begeben Banken diese Art Wertpapiere zur Absicherung ihrer langfristigen Kreditverbindlichkeiten, spricht man hingegen von Pfandbriefen. Diese zeichnen sich vor allem dadurch aus, dass der Kreditschuld ein Grundpfandrecht zugrunde liegt, das Risiko der Anleger somit begrenzt ist. Festverzinsliche Wertpapiere eignen sich für nahezu jeden Anleger, denn es gibt sie für Laufzeiten von einem Jahr ebenso wie für Laufzeiten von bis zu 30 Jahren. Aufgrund der im Wertpapier verbrieften Zinszahlungen sowie der geringen Schwankungsbreiten gelten festverzinsliche Wertpapiere zudem als relativ sichere Anlage. Dennoch sollten Anleger das hiermit verbundene Risiko nicht unterschätzen. So besteht zum einen das Risiko, dass der Kurs der Anlage während der Laufzeit an Wert verliert. Dies ist vor allem dann gegeben, wenn das Zinsniveau während der Laufzeit sinkt. Doch auch schlechte Unternehmenszahlen des Emittenten können sich negativ auf die Kursentwicklung auswirken. Das größte Risiko des Anlegers festverzinslicher Wertpapiere ist jedoch das Emittentenrisiko.

Sollte der Emittent am Ende der Laufzeit insolvent sein, ist die Einlage meist verloren. Daher sollte dieses Risiko genau bedacht werden. Einstufungen unabhängiger Ratingagenturen können hier weiterhelfen, denn diese bewerten das Kreditrisiko der Emittenten. Festverzinsliche Wertpapiere der Bundesrepublik Deutschland gelten derzeit als erstklassig, das Risiko der Insolvenz ist nahezu null. Allerdings erhalten Anleger bei diesen Wertpapieren lediglich den aktuellen Marktzins. Unternehmensanleihen versprechen hingegen einen Renditeaufschlag, der auch als Risikoaufschlag bezeichnet wird.

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