Nussknacker
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Redaktion 22.02.2011 |
Der Begriff Räuchermann, später Räuchermännchen tauchte etwa um 1830 das erste Mal auf und gehört schon seit langem zum festen Bestandteil des Brauchtums im Erzgebirge. Dies gilt vor allem für die Weihnachtszeit. In den unteren Teil einer ausgehöhlten zweigeteilten Holzfigur wird ein brennendes Räucherkerzchen gestellt. Dabei steigt der sich entwickelnde Rauch durch das Innere der Figur auf und wird über eine Öffnung (den Mund) wieder abgeben. Diese altbekannte Erzgebirgische Volkskunst wird auch heute noch von namhaften Kunstgewerbe-Firmen wie der KWO und Hubrig weitergepflegt. Die ursprünglich produzierten Artikel waren Lichterfiguren, Lichterbogen, bzw. Schwibbögen.
Diese wurden mehr und mehr mit anderen Figuren ergänzt. Dazu zählen Krippen, Krippenfiguren, die Erzgebirge Pyramide und Nussknacker in verschiedenen Ausführungen, die traditionell zur Dekoration in der Adventszeit gehören und über das Erzgebirge hinaus weit bekannt sind. Heutzutage werden auch noch neuartige Kantenhocker, Spieldosen sowie Blumenkinder hergestellt. Wie in den Anfängen, wird auch heute noch jede Figur in Handarbeit hergestellt, fein poliert und bemalt. Oft wird der jeweilige Arbeitsgang von darauf spezialisierten Frauen und Männern durchgeführt, also in kleinen Teams gearbeitet. Als Motive für die meistens historischen Figuren dienen vor allem ehemalige, regional vorkommende Berufe. Dazu zählen als besonders beliebte Figuren die Bergleute und Nachtwächter. An den Bergbau erinnern z. B. auch die sog. Schwibbögen, deren dargestellte Motive den Alltag der Bergleute und ihrer Familien wieder spiegeln.
Die auf dem Bogen aufgesetzten Lichter sollten die Sehnsucht der Bergleute nach Tageslicht ausdrücken, das sie vor allem in den Wintermonaten aufgrund der langen Arbeitszeiten oft über Wochen nicht zu Gesicht bekamen. Die ersten Schwibbögen wurden um 1740 aus Metall hergestellt. In der heutigen Zeit wird als Werkstoff jedoch Holz bevorzugt verwendet. Gemäß dem Brauch stellt fast jede Bergmannsfamilie im Erzgebirge auch heute noch Bergmanns- und Engelsfiguren mit Kerzen ins Fenster. Sie sollen dem heimkehrenden Bergmann mit ihrem Licht den Weg erhellen und ihn nach Hause führen. Anhand der Anzahl der aufgestellten Bergmanns- und Engelfiguren kann jeder erkennen, wie viele Töchter, bzw. Söhne zu einer Familie gehören.
Die Erzgebirgischen Pyramiden wurden schon um 1800 zur Weihnachts- und Adventzeit in den Kirchen aufgestellt. Eine Schachtförderanlage, die zu jener Zeit mit Wasserkraft oder Pferdekraft betrieben wurde, diente als Mustervorlage zu ihrer Erstellung. Die Pyramiden wurden und werden auch heute noch so gefertigt, dass sie mit der heißen aufsteigenden Luft der Kerzen in Bewegung gesetzt werden. Nicht nur in kleine Lädchen im Erzgebirge können Figuren und Krippen erworben werden, sondern auch auf Weihnachts- oder Christkindlmärkten bieten Händler in ihren kleinen Marktständen diese sehr beliebte Volkskunst an. Schwibbögen und Nussknacker werden gern verschenkt. Sie gehören mittlerweile zum Weihnachtsfest wie der Christbaum.
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