Schmuck afrikanischer Völker
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Redaktion 02.03.2011 |
Heute findet man kaum noch Angehörige der alten afrikanischen Hirtenvölker mit den traditionellen Schmuck, der für unsere Vorstellungen zum Teil alles andere als schmückend war.
Bei den Djur trugen die Männer als Schmuck zahlreiche Ringe aus Elfenbein um die Oberarme und, je nach Reichtum, eine Art Panzer aus Eisenringern um die Unterarme. Außerdem liebten sie schwere Ringe aus gegossenem Messing mit eingemeißelten Verzierungen. Die Frauen waren mit möglichst viel Ringen und Ketten aus Eisen behängt, da Eisen für die Djur den größten Wert besaß und dieser Schmuck ein Zeichen für Reichtum darstellte. Häufig war bei den Frauen auch ein schwerer Eisenring, der durch die Nase gezogen war, anzutreffen.
Der den Djur benachbarte Stamm der Belanda hatte eine besonders „dekorative“ Art des Nasenschmucks. Sie trugen in der Nase eine große Anzahl kleiner ringe, die den Eindruck heraushängender Würmer vermittelten. Auch eine Tradition der Mittu ist für unsere Vorstellungen eher eine grobe Verunstaltung als schmückend. Große, runde Scheiben von bis zu drei Millimeter dicke und einem Durchmesser bis zu drei Zentimeter wurden in die durchlöcherte Ober- und Unterlippe gezwängt, wodurch sich diese bis zu einem enormen Umfang waagerecht ausdehnen. Solcherart geschmückte Frauen konnten nur trinken, indem sie die Oberlippe mit den Fingern anhoben und sich das Getränk in den Hals gossen. Mitunter wurden auch Quarzstücke von bis zu sechs Zentimetern Länge, die kegelförmig geschliffen waren, durch die Lippen gestoßen.
Die Frauen der Madi trugen entlang der Ränder der Ohrmuscheln zahlreiche kleine Ringe und an Ketten zahllose kleine Gegenstände aus Eisen oder Kupfer, wie Schellen und Glöckchen, aber auch kleine Anker und Beile. Überhaupt behängten sich die Stämme der Madi mit einer Unzahl von Ketten, an denen alle möglichen Gebrauchsgegenstände hingen. Die Männer trugen häufig Armringe mit einem scharfkantigen, gezackten, mit Dornen versehenen oberen Rand, die nicht nur dem Schmuck dienten, sondern im Kampf als Schlagwaffen eingesetzt wurden.
Männer und Frauen der Mali trugen um den Hals bis zu fingerdicke Eisenringe, die eng um den Hals geschmiedet wurden, teilweise mehrere übereinander. Dieser Halsschmuck war das ganze Leben lang nicht wieder zu entfernen.
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