Sport und Technologie, eine unheilige Allianz

Redaktion
25.11.2010

Früher nahm Sport keinen besonders hohen Stellenwert im Alltagsleben ein. Das hat mehrere Gründe – einerseits arbeitete man mehr und körperlich härter (ich meine, es gab halt auch ein Zeitalter der Handwäsche …), andererseits entsprach das körperliche Ideal früherer Jahrhunderte auch nicht gerade dem magersüchtigen Kokainzombie unserer Tage.

 

Aber heute, ach!, ist der Sport längst zu einem wesentlichen Bestandteil unserer Biografie geworden; angeblich wird inzwischen sogar bei Einstellungsgesprächen gezielt danach gefragt – wer regelmäßig Sport treibt, ist belastbarer. Mit der Aufwertung des Sports, an der man ja eigentlich nichts schlechtes finden kann, ging aber in den letzten Jahren auch eine gewisse Aufwertung teurer Begleitgeräte einher – von Pulsuhren bis zu Unterwasserkameras.

 

Einige Outdoor-Sportarten sind ohne die Nutzung mobiler Navigationsgeräte nicht mehr denkbar – Das sogenannte GeoCoaching beispielsweise ist nicht mehr als die klassische Schnitzeljagd für Orientierungsläufer, die sich ein Outdoor-Navi leisten können. Demokratischer wird der Sport durch die Einbeziehung aufwendiger und teurer Technik gewiss nicht, spannender ist die alte, versiffte Faltkarte doch allemal. Aber darum geht’s gar nicht so sehr – vielmehr steht die Effizienz im Vordergrund, wie seinerzeit beim technologischen Lauf-Zubehör, vom Herzabklopfer über den Tachometer.

 

Der Trend zum technisch aufgemotzten Sport, der aus einer Runde Jogging am Abend gleich ein Schaulaufen der Statussymbole macht, ist schon ein paar Jahre alt. Anfang der Achtziger war es die Mitgliedschaft in einem Fitnessclub, in den Neunzigern galt als hip, wer die neuesten Trainingsgeräte zuhause hatte, heute sind es die exotischen, technisierten Sportarten.

 

Wem’s Spaß macht. Ich für meinen Teil verspüre jedenfalls immer – und besonders in fremden Städten! – einen gewissen Nervenkitzel, wenn ich mich bei meinen morgendlichen Joggingrunden verlaufe und unversehens in irgendwelchen dunklen, unbekannten Ecken wiederfinde. Wäre doch schade, wenn mir dieser Reiz gestohlen würde …

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