Was ist eigentlich Vereinsmeierei?
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Redaktion 23.03.2011 |
Der umgangssprachliche Ausdruck "Vereinsmeierei" ist ein Sammelbegriff für alle negativen Begleiterscheinungen, die das ausgeprägte Vereinsleben in Deutschland mit sich bringt. Der Begriff ist damit per Definition bereits negativ konotiert, eine wertfreie Verwendung ist somit praktisch unmöglich.
Die Facetten des Vereinslebens, denen dieser Begriff Rechnung trägt, sind vielfältiger Natur. An erste Stelle wäre hier die Bürokratisierung des Vereinslebens zu nennen. Auffällig ist, dass es bereits in relativ kleinen Vereinen eine Vielzahl an verschiedenen Posten gibt. Neben Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden gibt es Pressewarte, Kassenwarte, Protokollführer, Ehrenvorsitzende und diverse weitere Positionen.
Mit der Hierarchisierung des Vereinslebens über verschiedene Posten ist eine Verkomplizierung der Vereinsstruktur verbunden, was im Zuge allgemeiner Bürokratiemüdigkeit zunehmend als spießbürgerlich-preußisches Relikt empfunden wird. Eng verbunden mit der Hierarchiesierung des Vereinslebens ist ein anderer Aspekt der "Vereinsmeierei". Gemeint sind die Intrigen und Ränkespielchen, die sich in der Regel aus dem Verteilungskampf um die Posten im Verein ableiten lassen.
Als wesentliche Triebkraft hinter diesen vereinsinternen Machtkämpfen werden in der Regel Neid und Mißgunst genannt, die zum Teil extreme Formen der Auseinandersetzung wie Verleumdung und üble Nachrede befördern. Unbedacht bleibt dabei, dass solche Formen der Konfliktführung für das Image des Vereinswesens insgesamt schädlich sind. Das Gesamtkonstrukt der "Vereinsmeierei" wird schließlich durch zwei weitere Bilder des Vereinslebens komplettiert.
Als erstes wäre hier das Bild der Vorteilsnahme und Vetternwirtschaft zu nennen. Dies bezeichnet den Umstand, dass sich einzelne Personen oder Gruppen von Personen, sogenannte Seilschaften, durch ihre Vereinsposten Vorteile verschaffen, die ihnen nicht zustehen. Dies können im Extremfall materielle Vorteile, beispielsweise durch die Veruntreuung von Vereinskapital, sein. Schlussendlich fällt unter "Vereinsmeierei" auch die zunehmende zeitliche Vereinnahmung der Vereinsmitglieder, die dazu führen kann, dass sich die Betroffenen irgendwann zwischen Verein und Freizeit entscheiden müssen.
Insgesamt sei darauf hingewiesen, dass der Begriff stereotypisch verwendet wird und sich so gut wie nie alle genannten negativen Merkmale für einen Verein konstatieren lassen.
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