Wo das Moor seine Geheimnisse hütete
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Redaktion 25.11.2010 |
Mit diesem Artikel möchte ich das Moor von Sterzing bis zum Eisack beschreiben.
Verbringen Sie Ihren Urlaub im Eisacktal ( Hotel Südtirol ) um sich selber ein Bild davon zu machen. Moore und Moose gehören zu Südtirols seltenen Landschaftsformen, sie zeugen von einer eigenwilligen Schönheit der Naturkräfte. Der Torfboden mit dem hohen Grundwasserstand beherbergt zumeist viele Pflanzen- und Tierformen, die sich längst an diesen biologischen Haushalt gewöhnt haben.
Die Moorreste auf der Villanderer oder Seiser Alm sind sehenswert, jenes Moor von Sterzing und seinen südlichen Ausläufern ist noch bekannter, vielleicht weil es direkt an der Brennerstraße, zwischen Autobahn, Staatsstraße und Eisenbahnlinie liegt und sofort ins Auge fällt, vielleicht aber auch wegen der berühmten Sage, die heute noch viele mit dem Namen Sterzing verbinden. Eigenwillige Lebewesen hatten sich hier angesiedelt, die anderswo nicht leicht zu entdecken waren. Organismen, die sich auf Wassertümpel und schlammige, durchlässige Bodenarten spezialisiert hatten: der fleischfressende Sonnentau, die Rosmarinheide, das Scheidenwollgras, meterhohe Schilfgräser. In den Schlenken wucherten der fette Sumpf-Bärlapp und die dreiste Schlamm-Segge.
Die Moorlandschaft wurde in der Dämmerung am interessantesten: Plötzlich erwachte alles zu neuem Leben. Die vielen Frösche stimmten ein lautes Konzert an, Lorche und Kröten mischten sich mit den dunklen Tönen darein. Die schwarze Kreuzotter machte sich auf die Jagd, während der Brachvogel sich in seinem Nest duckte. Bis zur Trockenlegung dieses Sumpfgebietes im letzten Abschnitt des vorigen Jahrhunderts war diese Gegend ein Paradies für viele Pflanzen und Tiere, speziell für viele Wasser- und Sumpfvögel; Botaniker fanden eine seltene Flora vor.
Nur so manche Weidenlandschaft direkt am Eisackbett hat noch etwas vom ursprünglichen und eigenwilligen Charakter beibehalten. Äcker und Felder sind heute bebaut, von der Moorlandschaft, die sich bis Freienfeld ausgedehnt hat, ist wenig mehr übriggeblieben. Das Sterzinger Moos hatte aber über Jahrhunderte, die Rede geht auch von Jahrtausenden, die südlich gelegenen Orte verödet.
Heimatforscher vermuten, dass der Bergsturz von Stilfes oder Trens einst einen großen See bis nach Sterzing aufstaute. Als dann in der Würmeiszeit riesige Felsbrocken in den See stürzten, konnten zunächst die Gewässer nicht abfließen. Dann blieb ein Sumpfgelände zurück.
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