Altersvorsorge und Wohneigentum

Monika Weber
04.06.2009

Das eigene Haus ist für viele Deutsche schlechthin die ideale Altersvorsorge, nicht ohne Grund wird das Wohneigentum auch als „Rente in Stein“ oder „Betongold“ bezeichnet. Aber dennoch gibt es beim Wunsch nach den eigenen vier Wänden für viele das Problem der Finanzierung des Vorhabens. Viele Bauherren binden sich 20 oder 30 Jahre an Darlehensverträge, nur um letztlich im Alter mietfrei wohnen zu können. Solange das Eigentum nicht abbezahlt ist, ist es erstens kein wirkliches Eigentum und zweitens eine beträchtliche Belastung für das Haushaltsbudget.

Für viele potenzielle Bauherren ist das Bausparen nach wie vor eine attraktive Möglichkeit sich einen günstigen Zins für ein Baudarlehen zu sichern und das notwendige Eigenkapital anzusparen. Auch hier gibt es im neuen Jahr wieder Veränderungen, die zu beachten sind. Zum einen wird ab Januar die Abgeltungssteuer eingeführt, die auch bei Guthabenzinsen aus Bausparverträgen greift und zum anderen müssen alle diejenigen, die erst 2009 mit dem Bausparen beginnen und die eine Wohnungsbauprämie erhalten, diese auch für so genannte wohnungswirtschaftliche Zwecke einsetzen, das heißt, das angesparte Guthaben aus einem Bausparvertrag kann nicht mehr wie in der Vergangenheit für Möbel, für einen Urlaub oder ein Auto verwendet werden. Diese Regelung gilt für alle Bausparer ab dem 25. Lebensjahr. Dennoch wird das Bauen für die Eigennutzung auch wieder staatlich gefördert, indem es jetzt dafür eine Riesterförderung gibt. Damit können alle Riestersparer ihr angespartes Kapital auch für wohnungswirtschaftliche Zwecke nutzen.

Allerdings sind die Förderbeträge nicht so hoch, dass allein aufgrund dessen jetzt ein Bauboom zu erwarten ist. Die Bausparkassen bieten ihren Bausparern jetzt entsprechende Wohn-Riester-Verträge an. Wer sowieso die Absicht hatte, zu bauen, und das Bausparen als den Königsweg beim Immobilienerwerb für sich sieht und auch anspruchsberechtigt für die Riesterförderung ist, für den kann das einen Mitnahmeeffekt bieten. Aber allein wegen Wohn-Riester jetzt zu bauen und sich langfristig zu binden ist eher unklug. Nicht immer ist eine Immobilie eine gute Altersvorsorge. Das Häuschen im Grünen kann für junge Familien mit Kindern schön sein, aber im Alter viel zu weit weg, von Ärzten und Einkaufsmöglichkeiten. Muss dieses dann verkauft werden, findet sich heute nicht immer ein Käufer, der das Objekt zu den Preisvorstellungen des Eigentümers kaufen möchte. In vielen Fällen müssen Einbußen von 30 bis 50 Prozent hingenommen werden.

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