Richtig bewerben
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Redaktion 16.02.2011 |
Richtig bewerben - erfolgreich durchstarten
Verstehen Sie Ihre Bewerbung als attraktives Werbeangebot: Für Ihre eigene Person mit Fähigkeiten und Fertigkeiten, Arbeitsinitiative, Ideen und aussagekräftiger Berufserfahrung. Nur eine rundum gelungene, passgenaue Bewerbung weckt das Interesse potentieller Arbeitgeber – für den ersten positiven Eindruck gibt keine zweite Chance.
Daher gilt: Überlassen Sie nichts dem Zufall. Als Bewerber müssen Sie nicht nur über akzeptablen Aufbau, Stil und Struktur des Bewerbungsschreibens informiert sein, sondern auch im Detail entscheiden, welche Unterlagen im speziellen Fall Teil Ihrer Bewerbungsmappe sein müssen. Wer Interesse wecken möchte, muss die richtigen Knöpfe drücken.
Glaubwürdigkeit spielt eine oft unterschätzte Rolle: Erfahrene Personalchef legen den Finger auf jede Unstimmigkeit zwischen Bewerbungsschreiben und tatsächlicher Bewerberpersönlichkeit. Schätzen Sie sich selbst realistisch ein und verkaufen Sie sich entsprechend - Ehrlichkeit zahlt sich aus.
Das Deckblatt
Bereits das Deckblatt Ihrer Bewerbungsmappe spricht Bände und entscheidet nicht selten darüber, ob Ihre Bewerbung interessiert geöffnet oder gleichgültig zur Seite gelegt wird.
Ein gutes Deckblatt enthält:
• eine Überschrift, etwa „Bewerbung als …/ … auf die Position …,
• Ihr Bewerbungsfoto,
• Ihren Namen,
• Ihre komplette Adresse inklusive Telefonnummer und evtl. E-Mail-Adresse und Homepage.
Legen Sie die Überschrift ein wenig größer anzulegen. Ähnliches gilt für Ihr zentral positioniertes Bewerbungsfoto.
Das Bewerbungsanschreiben
Ein gutes Anschreiben weckt Interesse und überzeugt: Eignungsmerkmale und Qualifikationen für die ausgeschriebene Position werden klar erkennbar herausgestellt und schlüssig begründet: Warum sollte man sich gerade für Sie entscheiden?
In ein korrektes Anschreiben gehören:
• Absenderadresse
• Datum
• Adressat
• Bezugs- bzw. Betreffzeile
• Anrede
• Einleitung
• Hauptteil
• Schluss
• Grußformel
• Unterschrift
• Hinweis auf beigefügte Anlagen
Signalisieren Sie Kommunikationsbereitschaft und Erreichbarkeit: Geben Sie nicht nur Adressdaten, sondern auch Telefonnummer, Mobilfunknummer und ggf. E-Mail-Adresse an.
Treten Sie keinesfalls mit einer inkorrekten Firmenanschrift ins Fettnäpfchen. Das Adressatenfeld enthält:
• Name des Unternehmens
• Ansprechpartner
• Straße/Hausnummer
• Leerzeile
• Postleitzahl/Ort.
Die Bezugszeile nennt die Quelle, z. B. „Ihre Anzeige vom … in …“. Die anschließende Anrede vermeidet die Standardformel „Sehr geehrte Damen und Herren“. Ermitteln Sie Ihren direkten Ansprechpartner und sprechen Sie ihn persönlich an.
Mit Ihrem ersten Satz animieren Sie zum Weiterlesen. Standardphrasen wie „Hiermit möchte ich mich auf … bewerben“ langweilen. Bekunden Sie besser Ihr Interesse: „Mit großem Interesse habe ich Ihre Anzeige in …“ oder „Ihre Anzeige … hat mein Interesse geweckt“.
Ihr Hauptteil liefert Ihrem potentiellen Arbeitgeber alle für die Vakanz relevanten Informationen: Hier haben Sie explizit Gelegenheit, Ihre Qualifikationen, Kenntnisse und persönlichen Pluspunkte herauszustellen und zu begründen, warum sich das Unternehmen für Sie entscheiden sollte.
Der Schlussteil gestaltet einen positiven Ausblick: „Ich freue mich, Sie in einen persönlichen Gespräch kennenzulernen.“ Vergessen Sie die alte Regel, niemals einen Satz mit „ich“ zu beginnen. Komplett umgestellte Aussagen wirken gestelzt, unnatürlich und aufgesetzt. Selbstbewusste Bewerber vermeiden verstaubtes „würde“ und „könnte“ und verabschieden sich mit moderner Grußformel: Das ein wenig steife „Mit freundlichem Gruß“ hat dem zugänglicheren „Mit freundlichen Grüßen“ Platz gemacht. Ihre Unterschrift sollte mit Ihrem in Klammern gefassten Namen dezent unterlegt werden. Und fügen Sie zahlreiche, ausführliche Anlagen wie z. B. eine Reihe von Arbeitszeugnissen bei, sollten Sie diese abschließend gesondert untereinander aufführen.
Der Lebenslauf – Wissenswertes
Ihm gilt in 90 Prozent der Fälle der allererste Blick: Wird man Sie zum Vorstellungsgespräch einladen? Widmen Sie dem Lebenslauf genügend Zeit, indem Sie eine persönliche Stichwortliste Ihrer Qualifikationen anlegen. Die Reinschrift präsentiert alle Informationen gut gegliedert, übersichtlich und verständlich. Erleichtern Sie stressgeplagten Personalchefs die Arbeit mit knappem und klaren Formulierungen, die für die Position Unwesentliches konsequent weglassen – auf maximal zwei Seiten beschränkt.
Der handschriftliche, komplett ausformulierte Lebenslauf empfiehlt sich nur auf konkreten Wunsch - Standard ist der tabellarische, evtl. mittels Software-Vorlage angelegte Lebenslauf. Gehen Sie mit Hervorhebungen wie Fett- oder Kursivdruck, Farbakzenten und Unterstreichungen sparsam um: Weniger ist mehr. Hervorhebungen müssen mit den einzelnen, chronologisch präsentierten Informationsblöcken wie Schulbildung, Ausbildung und beruflichem Werdegang stimmig korrespondieren und ein Skim-Reading (kurzes Überfliegen) erleichtern.
Lücken im Lebenslauf? Ausführliche Erläuterungen rücken Sie nur in schlechtes Licht. Versetzen Sie sich stattdessen in den konkreten Arbeitgeber: Welche Aspekte stehen für ihn bei der Auswahl im Vordergrund? Generell gilt, dass eine klar erkennbare Lebensplanung und Aufstiegsorientierung positiv vermerkt wird.
Absolutes No-Go: Der vorkonfektionierte Lebenslauf, der scheinbar Zeit spart. Erliegen Sie nicht dieser Versuchung. Schließlich sollte die aktuelle Bewerbung Ihre letzte sein, oder? Verfassen Sie immer einen frischen, individuell zugeschnittenen Lebenslauf. Denn Individualität ist das A und O: Welche Erfahrungen sind dazu geeignet, Sie von der Konkurrenz abzuheben? Spezifische Fremdsprachenkenntnisse, Führerscheine oder auch Hobbys und Ehrenamt sind Alleinstellungsmerkmale, mit denen Sie Pluspunkte sammeln.
Das Bewerbungsfoto
Das ideale Bewerbungsfoto ist sympathisch, zugewandt und selbstredend tagesaktuell, ganz gleich ob farbig oder in Schwarz-Weiß - Automatenfotos sind qualitativ unbefriedigend. Denn Ihr Bild ist der Eyecatcher, das Aushängeschild, das Ihr potentieller Arbeitgeber beim Lesen Ihrer Unterlagen begleitend im Blick hat. Achten Sie auf ein der Position angemessenes Outfit und eine gepflegte Erscheinung. Platzieren Sie das auf der Rückseite mit Ihrem Namen beschriftete Bewerbungsfoto auf Deckblatt und Lebenslauf Ihrer Unterlagen (bitte ohne Heftklammer!) oder drucken Sie es zusätzlich im unaufdringlichen Format auf jeder Bewerbungsseite ein.
Die so genannte Dritte Seite …
Immer beliebter: Ein maximal 20-zeiliges Extra, das den individuellen Eindruck weiter betont, versehen mit einer interessanten, „knackigen“ Überschrift. Die Dritte Seite hebt besondere Qualifikationen des Lebenslaufs besonders heraus, setzt diese in Zusammenhang und liefert neue Einsichten. Über welche Softskills verfüge ich? Welchen Aspekte meiner Branche gilt mein besonderes Interesse? Dieser Punkt kann in Form eines kurzen Essays präsentiert werden. Aber: Bremsen Sie sich - übertriebenes Selbstmarketing sollte vermieden werden. Viel Erfolg!
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