ADS
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Redaktion 23.02.2011 |
Das Aufmerksamkeits – Defizit – Syndrom (ADS)
Beim Aufmerksamkeits – Defizit – Syndrom (ADS) handelt es sich um ein ausgeprägt unaufmerksames, unkonzentriertes, teilweise impulsives Verhalten, das über einen längeren Zeitraum (also in der Regel mehr als sechs Monate) hinweg in mehreren Lebensbereichen (zu Hause, Kindergarten / Schule, aber auch in der Freizeit) auffällig wird. Hierbei handelt es sich bei ADS – Patienten nicht um Menschen, die eine schlechte Erziehung genossen haben oder sich nicht konzentrieren können oder wollen.
Neuesten Forschungsergebnissen zur Folge liegt die Ursache eines Aufmerksamkeitsdefizitsyndroms in einer Veränderung des Stoffwechsels des Gehirns begründet, die zum Teil erblich bedingt ist.
Diese veränderte Funktionsweise des Gehirns ruft ein Ungleichgewicht der Botenstoffe - die auch als Neurotransmitter bezeichnet werden - Serotonin, Dopamin und Noradrenalin im Gehirn hervor. Dadurch wird der Informationenaustausch zwischen den Nervenzellen einzelner Hirnbereichen gestört.
Die genannten Botenstoffe haben spezifische Einflüsse auf das menschliche Verhalten.
Während sehr vereinfacht Dopamin prinzipiell die körperliche Aktivität, Noradrenalin für die Konzentrationsfähigkeit (Aufmerksamkeit) und Serotonin die Stimmung beeinflusst, kann ein Ungleichgewicht dann die unterschiedlichen ADS – typischen Symptome hervorrufen.
Die Symptome eines ADS (Aufmerksamkeits – Defizit – Syndrom) sind demzufolge vielseitig und sehr verschieden.
Aufgrund dessen lassen sich drei unterschiedliche Formen des Aufmerksamkeits – Defizit – Syndroms beschreiben:
1. Das Aufmerksamkeits – Defizit – Syndrom ohne Hyperaktivität (ADS)
2. Das Aufmerksamkeits – Defizit – Syndrom mit Hyperaktivität (ADHS) Aufmerksamkeits – Defizit – Syndrom
3. Eine Mischform aus ADS und ADHS
Das Wort „Syndrom“ zeigt, dass sich das Krankheitsbild aus verschiedenen Symptomen zusammensetzt. Man differenziert dabei Haupt- und Nebensymptomen. Die Hauptsymptome sind letztlich jene Symptome, die bei allen ADS – Formen in irgendeiner Art und Weise in Erscheinung treten und die Nebensymptome eher als individuell verschieden zum eigentlichen Krankheitsbild hinzukommen, aber nicht zwangläufig müssen. Aufmerksamkeits – Defizit – SyndromZur Hauptsymptomatik des ADS (ohne Hyperaktivität) zählen zum einen Unaufmerksamkeit und schlechte Konzentrationsfähigkeit, sowie eine ungenügende Kontrolle über von außen auf die Person einströmende Impulse und die Neigung zur Hypoaktivität, einer zu geringen Aktivität. Anhand der Hauptsymptomatik erklärt sich auch, weshalb Menschen mit ADS als „Träumer“ bezeichnet werden.
Wie bereits erwähnt treten neben den Hauptsymptomen noch verschiedene indivdiuelle Nebensymptomatiken in Erscheinung. Dazu zählen auch Lernprobleme, wie beispielsweise Probleme beim Lesen und Rechtschreiben und / oder Rechnen.
Eine Diagnose des ADS, insbesondere die Abgrenzung zwischen Krankheitsbild und generell schwierigem Verhalten aufgrund anderer Ursachen, ist nicht immer einfach. Damit therapeutische Maßnahmen später greifen können, ist es wichtig, dass keine falsche Diagnose erstellt wird. Aus diesem Grund gehört eine Diagnose in die Hände von Experten und sollte vielschichtig angelegt sein. Zu einer vollständigen Diagnostik sollte gehören:
1. Die Befragung der Eltern
2. Die Befragung der ErzieherInnen und / oder LehrerInnen
3. Die Erstellung eines psychologischen Gutachtens
4. Eine ärztliche (klinische) Diagnostik, die primär organische Probleme als Ursache für das auffällige Verhalten ausschließen soll.
Auf Basis der Diagnose und der darin erkannten Probleme kann dann ein individueller Therapieplan erstellt werden. Prinzipiell unterscheidet man - neben der Förderung des ADS - Kindes im häuslichen Umfeld, beispielsweise durch konsequentes erzieherisches Handeln- verschiedene Therapieformen. Diese sind:
Die medikamentöse Therapie des ADS
Die psychotherapeutische und heilpädagogische Therapie des ADS
Die Ernährungstherapie des ADS
Eine Kombination verschiedener Therapieformen ist dabei möglich und sinnvoll um ganzheitlich anzusetzen.
Weitere Informationen finden Sie unter ADS.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Nicolas Gumpert
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