Andere Wege zum Abitur
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Redaktion 11.11.2010 |
Internationale Vergleiche zeigen, dass die Schulbildung in Deutschland zu wünschen übrig lässt. Auch hängt der Erfolg einer qualifizierten Ausbildung stärker vom sozialen Umfeld ab als in vielen anderen Ländern. Auf der anderen Seite zeigt sich, dass nur derjenige Aussichten auf Erfolg im Berufsleben hat, der eine solide Schulbildung und eine qualifizierte Weiterbildung nachweisen kann.
Sind also Hopfen und Malz verloren für jemanden, der aufgrund eines allzu schwierigen Elternhauses nur einen mittleren Schulabschluss und damit keine Zugangsberechtigung für die gewünschte Ausbildung oder den angestrebten Arbeitsplatz besitzt? Keineswegs. Das deutsche Bildungssystem bietet viele Möglichkeiten zur eigenen Weiterbildung. Das Abitur kann seit den sechziger Jahren außerschulisch erworben werden.
Ein Interessent ist dabei auch nicht an eine örtliche Einrichtung gebunden: Das Nachholen des Abiturs wird von mehreren Anbietern als Fernabitur angeboten. Besondere Zulassungsvoraussetzungen gibt es nicht. Unabhängig vom Alter oder der momentanen beruflichen Situation kann jedermann einen Fernabitur-Lehrgang belegen. Allerdings ist das Fernabitur kostenpflichtig. Erfüllt der Bewerber bestimmte Voraussetzungen (geringes Einkommen, Altersgrenze nicht überschritten) ist sogar eine Bafög-Förderung möglich.
Die überwiegend privaten Anbieter bieten den Abitur-Lehrstoff traditionell in Lernheften an, die dem Schüler in festen Abständen zugeschickt werden. Jedes Lernheft schließt mit einer schriftlichen Prüfung ab, die dem Institut zur Beurteilung zurückgeschickt wird. Mündliche Prüfungen werden am Ort des Bildungsanbieters oder in dessen Regionalbüros abgenommen.
Auch Online-Unterricht über das Internet gewinnt in letzter Zeit rasant an Bedeutung. Die zeitliche Flexibilität dieser Methode ist gerade für berufstätige Schüler ein unschätzbarer Vorteil. Niemand sollte jedoch unterschätzen, welches Maß an Selbstdisziplin es erfordert, sich über den langen Zeitraum beim Fernabi immer wieder selbst zum Lernen anzuhalten.
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