Handicapfreies Internet-Surfen

Redaktion
29.03.2011
Handicapfreies Internet-Surfen

Kennen sie den BIENE-Award? Nein? Dann gehören sie, ohne dass man dazu eine Studie zu Rate ziehen müsste, zur Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Dies gilt in gleichem Maße für das Problem, dem der Preis, den die Aktion Mensch und die Stiftung Digitale Medien, sich annimmt. Der BIENE-Award wird jährlich an jene Unternehmen verliehen, die sich im Bereich des Internets um ein besonders behindertengerechtes Surfen verdient gemacht haben.

Es geht darum, gehandicapte Menschen auch beim Gebrauch des World-Wide-Web nicht weiter auszuschließen. Ist ein Geschäft in der Einkaufszone der heimischen Innenstadt etwa lediglich über eine Treppe zu erreichen, liegt es für gehbehinderte Menschen nahe, diesen Laden zu meiden und dort einzukaufen, wo sie das Angebot bequem erreichen können. Dem besagten Geschäft gehen dadurch Kunden und damit auch Einnahmen verloren.

Was sich in der deutschen Einkaufslandschaft jedoch schon lange etabliert hat, nämlich ein behindertengerechtes Einkaufsvergnügen zu gewährleisten, ist im Bereich des Online-Shopping bislang eher stiefmütterlich behandelt worden. Betrachtet man die Tatsache, dass 80 Prozent der befragten Behinderten in einer Studie von 2002 aussagten über einfache bis gute Internetkenntnisse zu verfügen, ist dies ein offensichtliches Missverhältnis. Gerade Sehbehinderte, die besonders häufig surfen, werden durch eine unüberlegte Farb- und Kontrastwahl, etwa der Präsentation eines schwarzen Tennisschlägers auf dunkelblauem Hintergrund, häufig vom virtuellen Einkaufsvergnügen ausgeschlossen.

Menschen mit motorischen Schwierigkeiten, bekommen häufig Probleme mit der kleinteiligen Menüführung. Screenreader, die Blinden den Inhalt einer Seite vorlesen, sind nur so gut wie der zugrunde liegende Programmcode. In diesem Bereich muss noch viel getan werden, will man auch behinderte und gehandicapte Menschen als Käuferschicht gewinnen.

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