Aktienclubs in Deutschland
Aktienclubs in Deutschland
Als Aktienclub zählt jede Vereinigung von privaten Anlegern. Das Ziel ist die gemeinsame Geldanlage. Dabei wird das Vermögen der einzelnen Mitglieder als gemeinsames Depot verwaltet, das auf den Aktienclub lautet. Jedoch bleibt jedes einzelne Mitglied beteiligt, und sollte in Entscheidungen des Aktienclubs auch eigene Überlegungen einfließen lassen.
Die Anzahl der Mitglieder spielt in einem Aktienclub nur eine untergeordnete Rolle. Diese dient oftmals nur zur objektiven Wahrnehmung sowie zur Unterscheidung zwischen regionalen und überregionalen Aktienclubs. So ist in einem regionalen Investmentclub die Mitgliederanzahl oftmals überschaubar. Wer Mitglied ist, wurde dies meistens durch vorherige persönliche Bekanntschaften. Dadurch kennt in einem regionalen Aktienclub jeder jeden. Tritt ein fremder diesem Investmentclub bei, wird er die anderen Mitglieder schnell kennen lernen.
Überregionale Aktienclubs verfügen stattdessen häufig über Hunderte von Mitgliedern. Sogar ein separater Anlageausschuss ist keine Seltenheit. Solche größeren Investmentclubs sind oft in sehr professionelle Strukturen gegliedert. Außerdem fließt in den größeren Aktienclubs auch meist mehr Geld. Zudem weisen solche teils größere Erfolge auf. So werden die größeren Investmentclubs schneller bekannt.
Hervorzuheben ist hier ein interessanter Investmentclub aus dem Raum Stuttgart.
Die Anzahl der regionalen Investmentclubs in Deutschland ist unbekannt. Im Netz existieren einige Dutzend. Die tatsächliche Zahl könnte bei 500 liegen.
Dagegen wird die Zahl der überregionalen Investmentclubs in Deutschland immerhin auf 1.000 geschätzt. Dieser Größenvergleich spricht wiederum für die erstaunlichen Vorzüge der überregionalen Aktienclubs. Obwohl die Hauptgründe für den Eintritt in einen regionalen oder in einen überregionalen Aktienclub woanders liegen sollten.
Gründe für den Eintritt in einen Aktienclub
Als Hauptgrund für den Eintritt in einen solchen Aktienclub wird meist die Möglichkeit benannt, kleinere Anlagebeträge erfolgreicher poolen zu können. So kommt es zu einer effizienteren Risikostreuung. Ein weiteres Plus ist die Gebührenoptimierung. Banken berechnen degressive Gebühren nach Ordervolumen. Auf einen Aktienclub lassen sich diese Gebühren leichter verteilen.
Allerdings sind noch weitere Vorzüge bekannt. Die einzelnen Mitglieder können bei Finanzentscheidungen voneinander lernen. So sammelt jeder schneller Erfahrungen und größeres Wissen, was sich beim Investieren auf den Finanzmärkten bezahlbar macht.
Zudem genießen die Mitglieder gelegentlich einfach nur das gemütliche Beisammensein und die Gespräche untereinander.
Rechtliche Stellung der Aktienclubs in Deutschland
Vor dem deutschen Gesetz gelten Aktienclubs als Anlegergemeinschaft. Das Ziel ist die gemeinsame Anlage sowie das Verwalten von Kapital. Dazu wird häufig die Rechtsform einer GbR gewählt, was für eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts steht. Die Grundlage jedes deutschen Aktienclubs ist ein Gesellschaftsvertrag, der von allen Gesellschaftern unterschrieben wurde.
Die Anmeldung als Finanzdienstleister ist erst Pflicht, sobald zu einem Aktienclub mehr als 50 Mitglieder zählen, oder dieser über ein Vermögen von mindestens 500.000 Euro verfügt. Andernfalls wird keine grundsätzliche Aufsicht des Clubs verlangt. Dann dürfen allerdings auch keine gewerblichen Tätigkeiten erfolgen, und kein Geld für die Clubführung ausgezahlt werden.
Sind in einem Aktienclub mehr als 50 Personen Mitglied, oder verfügt er über mehr als 500.000 Euro, verlangt das geltende Gesetz zum Schutz der Anleger jedoch eine Zulassung als Finanzdienstleister. Dann beaufsichtigt die BaFin, die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, den Aktienclub. In diesem Fall müssen die Anteile des Investmentclubs öffentlich angeboten werden, was über Verkaufsprospekte erfolgt. Diese Prospekte müssen nach dem Verkaufsprospektgesetz erstellt werden. Darin muss über den Aufbau des Clubs, über mögliche Risiken sowie über die Mitgliedsgebühren sichtlich aufgeklärt werden.
Annahmen zufolge betrifft dies derzeit aber nur etwa ein Dutzend der geschätzten 1.000-2.000 deutschen Aktienclubs.
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