Lohnt der Wechsel in die private Krankenversicherung?

Redaktion
30.03.2011
Lohnt der Wechsel in die private Krankenversicherung?

Diese Meldung schockte in den vergangen Tagen Millionen Versicherte: Die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung werden nach Angaben der Versicherer im nächsten Jahr dramatisch ansteigen auf im Schnitt 15,5 Prozent. Schuld ist der neue Gesundheitsfonds, der im Zuge der Reformen der letzten Jahre eingeführt wurde. Immer mehr Menschen stellen sich angesichts der horrenden Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung die Frage, wie Geld gespart werden kann. Eine Möglichkeit hierzu stellt der Wechsel in die Private Krankenversicherung dar.

In dieser werden die Beiträge unabhängig vom Einkommen erhoben, so dass die Belastungen insgesamt erheblich sinken können. Dies gilt insbesondere für jüngere Versicherte. Um in die Private Krankenversicherung wechseln zu können, müssen einige Vorraussetzungen erfüllt werden. Der Gesetzgeber verlangt grundsätzlich von allen Arbeitnehmern die Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Versicherung.

Nur wer genug verdient, kann sich aus diesem Zwang lösen und einen attraktiven privaten Vertrag abschließen. In Zahlen bedeutet dies, dass das Jahreseinkommen mindestens 43200 Euro betragen muss, damit die Variante der PKV überhaupt besteht. Entscheidet sich ein Arbeitnehmer dann letztlich tatsächlich dafür, in die PKV zu wechseln, sollte er sich auch der Nachteile und Risiken dieser Entscheidung bewusst sein. Solange der Versicherte jung ist, werden diese vermutlich eher im Hintergrund stehen. Mit zunehmendem Alter aber steigen die Beiträge zur Privaten Krankenversicherung massiv an. Der Gesetzgeber schreibt deshalb eine Altersrückstellung vor.

Diese ist gemeinsam monatlich mit dem Versicherungsbeitrag zu entrichten. Der Versicherer spart dieses Geld an und verwendet es, um die Anstiege der Prämien im Alter abzumildern. Dennoch muss mit stark steigenden Beiträgen gerechnet werden. Die Altersrückstellung greift insbesondere bei den Versicherten nicht, die erst relativ spät in die PKV eingetreten sind, weil hier nicht ausreichend Beiträge gezahlt wurden. Weiterhin sollten Arbeitnehmer, die Kinder haben oder aber beabsichtigen, welche zu bekommen, den Wechsel in die neue Versicherung genauestens durchdenken.

Sind minderjährige Kinder in der gesetzlichen Krankenversicherung noch kostenlos mitversichert, so sind in der Privaten Versicherung jeweils Beiträge zu entrichten. Insbesondere wenn mehrere Kinder zu versichern sind sollte also genauestens gerechnet werden. Grundsätzlich kann ein einmal privat Versicherter nicht mehr zurück in die GKV wechseln, der Gesetzgeber hat hier verschiedene Barrieren eingerichtet. Die privaten Versicherer bieten aber ab dem Jahr 2009 einen so genannten Basistarif an, in dem der Leistungskatalog vergleichbar ist mit dem der gesetzlichen Versicherung. In diesen Tarif sollen alle Versicherten aufgenommen werden, egal ob Vorerkrankungen vorliegen oder das 55.

Lebensjahr erreicht ist. Eine medizinische Grundversorgung ist daher für alle gesichert. Wechselwillige sollten in jedem Fall einkalkulieren, dass Versicherungsprämie auch dann entrichtet werden muss, wenn das Rentenalter erreicht ist und die Einnahmen nicht mehr denen eines Arbeitnehmers entsprechen. Ob der Wechsel sich schließlich lohnt, kann nur im Einzelfall entschieden werden, weil viele persönliche Faktoren den Beitrag und die Risiken einer PKV beeinflussen. Wer in jungen Jahren wechselt, kann sich überlegen, ob ein Teil der eingesparten Beiträge zurückgelegt werden, um für die Versicherungszeit in höherem Lebensalter eine Rücklage zu bilden, die über das gesetzliche Minimum hinausgeht.

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