Lohnt sich ein Wechsel in die private Krankenversicherung?
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Redaktion 18.03.2011 |
Selbstständige, Freiberufler, Beamte und gut verdienende Angestellte haben die Möglichkeit, Mitglied einer privaten Krankenversicherung ihrer Wahl zu werden. Sie sollten jedoch diesen Schritt nicht voreilig gehen, sondern die Vor- und Nachteile der Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung genau abwägen. Im Gegensatz zu den gesetzlichen Krankenkassen, welche nach dem Solidarprinzip arbeiten, ist die private Krankenversicherung privatwirtschaftlich organisiert. Sie stehen untereinander in einem Wettbewerb, was auch zum Vorteil der Versicherten sein kann. Ob sich ein Wechsel in eine private Krankenversicherung lohnt, hängt vor allem von der persönlichen Situation des Versicherten ab. Als Faustregel gilt, dass junge und gesunde Menschen von einer Mitgliedschaft in der privaten Krankenversicherung eher profitieren und ältere und vor allem chronisch kranke Menschen benachteiligt sind.
Die Höhe des Beitrages zur privaten Krankenversicherung richtet sich nach dem Eintrittsalter und nicht nach der Höhe des Verdienstes. Auch zahlen Frauen einen höheren Beitrag als Männer, da Frauen nach dem Verständnis der privaten Krankenversicherungen ein höheres Krankheitsrisiko haben und auch die Risiken einer Schwangerschaft und Geburt mit abgesichert werden müssen. Wer Mitglied einer privaten Krankenversicherung werden möchte, muss eine Reihe von Gesundheitsfragen beantworten.
Diese sind unbedingt wahrheitsgemäß zu beantworten, da dem Versicherten ansonsten schwerwiegende Konsequenzen bis hin zur Kündigung der Versicherung drohen (bei Bekanntwerden einer auf dem Antrag verschwiegenen Krankheit). Wer schwere Krankheiten wie Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie andere chronische Leiden hat, wird oft als Mitglied einer privaten Krankenkasse abgelehnt. Bei leichteren Vorerkrankungen wird der Versicherte mit zusätzlichen Kosten belastet (Risikozuschlag). Auch psychische Erkrankungen sind ein Problem.
So schließt das Bestehen von Depressionen, Suchterkrankungen u.ä. ebenfalls meist von einer Mitgliedschaft in einer privaten Krankenversicherung aus. Wer allerdings gesund und beim Eintritt unter 40 Jahre alt ist, wird von der privaten Krankenversicherung profitieren. Bis zu 2.000 Euro jährlich lassen sich an Beitrag gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung sparen.
Wer ein ganzes Jahr lang überhaupt nicht beim Arzt war, wird oft mit der Rückerstattung von einem oder gar mehreren Monatsbeiträgen belohnt. Der Weg von der privaten Krankenversicherung zurück in die Gesetzliche ist sehr schwer. Die private Krankenversicherung kann nur dann verlassen werden, wenn die Voraussetzungen nicht mehr erfüllt werden.
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