Psychologie des Spekulierens

Redaktion
25.11.2010

Casinospiele wie Poker und Black Jack oder auch Spekulationen an der Börse bestehen zu einem großen Teil aus Psychologie.

Natürlich gibt es beim Pokern optimale Züge oder Prognosen für gute Hände. Auch beim Black Jack gibt es durch die Black Jack Basisstrategie eine theoretische Fundierung für das Spielen. An der Börse gibt es saisonale Effekte bzw. Charttechnik, auf die man sich stützen kann.

 

Dies steht im Gegensatz zu den sogenannten Geldspielautomaten, wo der Spieler eigentlich nur sein Geld verlieren kann und keinen Einfluss auf das Ergebnis des Spiels hat. Eines haben aber alle ‚Spiele’ gemeinsam. Der ‚Spieler’ muss sich selber – seine Emotionen sehr genau kennen um erfolgreich arbeiten zu können. Nehmen wir an ein Daytrader hat den Freitag, den 2. November 2007 gut analysiert.

Nach dem scharfen Kurzverfall am Donnerstag, den 1, November 2007 gingen die europäischen Börsen erst einmal auf Tauchstation. Es war aber ebenfalls sehr wahrscheinlich, dass die amerikanischen Börsen sich wieder erholen würden, dies legte die technische Situation nahe. Nach einem scharfen Kurzverfall lösen so genannte Shortseller Ihre Positionen auf, was zu steigenden Kursen führt.

Ein Trade auf steigende Kurse wäre aber trotzdem zunächst schief gegangen, weil die veröffentlichen amerikanischen Wirtschaftsdaten unter den Erwartungen lagen und die amerikanischen Börsen die Gewinne gleich wieder abgaben. Ein Trade auf steigende Kurse wäre hier ‚kurzfristig’ schief gelaufen, denn die amerikanischen Börsen erholten sich erst im Tagesverlauf. An der Börse sind genau wie in Casinos nicht alle Faktoren vorhersehbar.

 

Der Trader hätte die richtige Idee gehabt, hätte mit einem Trade aber trotzdem scheitern können, weil die Wirtschaftsdaten die Erholung zunächst abgewürgt hatten. Spieler oder Trader, die sich nicht unter Kontrolle haben, neigen dazu, solche Fehlschläge persönlich zu nehmen und den Beweis für die Richtigkeit der eigenen Vermutung beweisen zu müssen – und spielen weiter, oder bleiben investiert. Deshalb kann es beim Glücksspiel wie an der Börse nur eine Regel geben: man muss Limits setzen, bis zu denen man spielt oder spekuliert und darf Verluste nicht als persönliche Niederlage sehen, sonst läuft man Gefahr, noch größere Verluste zu erleiden.

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