Vorsorgeimpfung gegen Alzheimer

Maria Halber
23.12.2010
Vorsorgeimpfung gegen Alzheimer

Immer mehr Alzheimer-Erkrankungen in Deutschland alarmieren nicht nur die Mediziner. Wenn die Prognosen einer Verdoppelung solcher Fälle in den nächsten zehn Jahren tatsächlich wahr werden, steht Deutschland vor einer Flut von Problemen. Sie beginnen bei der Früherkennung und Therapie solcher Erkrankungen und enden beim Pflegeaufwand und den Kosten.



Wie man heute bereits weiß, werden Alzheimer-Erkrankungen durch Schwermetallablagerungen im Hirn ausgelöst. Genaue Zusammenhänge kennt man noch nicht. Möglicherweise ist die Erkrankung eine Folge unseres übermäßig schadstoffhaltigen Lebens und wäre demnach über eine regelmäßige Entgiftung und Lebensumstellung zu verhindern. Doch in der medizinischen Wissenschaft setzt man lieber auf Impfungen, um den Herausforderungen der demenziellen Erkrankungen zu begegnen. Immerhin sind bereits zwei Drittel aller Demenzerkrankungen dem Alzheimer-Formenkreis zuzurechnen. Bisher therapiert man medikamentös. Mit Acetylcholinesterasehemmern versucht man, die Symptome in den Griff zu bekommen und den Krankheitsverlauf zu abzumildern. Man kann damit aber nur die kognitiven Symptome und die oft damit verbundenen Verhaltensstörungen lindern - und dies auch nur über einen bestimmten Zeitraum. Die Ursache der Alzheimer-Erkrankung wird davon in keiner Weise berührt.



Mittlerweile experimentiert man daher in der Medizinforschung mit speziellen Immuntherapien und sucht verzweifelt nach einem Impfstoff, der vorbeugend eingesetzt werden könnte. Ziel der derzeit erforschten Immuntherapien ist es, eine Immunreaktion auszulösen, mit der die Bildung der schädlichen Amyloidbeta-Plaques im menschlichen Hirn unterdrückt wird. Zugleich soll bereits bestehende Plaque aufgelöst werden. Wäre die Ursache aber in einer zu hohen Schwermetallbelastung zu suchen, wäre dieser Ansatz kontraproduktiv - denn Impfstoffe werden häufig mit Quecksilberderivaten wie Thiomersal haltbar gemacht!



Bisher gab es für diese Impfung nur vorklinische Studien an Mäusen. Da diese erfolgreich waren, wurden Studien am Menschen vorgenommen. Sechs Prozent der Patienten entwickelten darauf Meningo-Enzephalitiden. Es handelt sich dabei um entzündliche Prozesse im Hirn mit nachfolgender neuronaler Schädigung. Man brach die Studien daraufhin ab. Eine Obduktion später verstorbener Patienten ergab aber, dass die gefährliche Plaque zum Teil reduziert worden war. Ob der Demenzverlauf dadurch verbessert wurde, war nicht zu ermitteln. Nach diesem Teilerfolg sucht man nun nach verbesserten Impfmethoden und -stoffen. Die Idee ist, mit sicheren und einfachen Impfstoffen Antikörper zu verabreichen, die sich spezifisch gegen die neurotoxischen Stoffe richten, denen die Entstehung der Plaques zugeschrieben wird. Man verfolgt dabei den Gedanken einer "molekularen Mimikry". Gemeint ist, dass die Impfstoffe bestimmte Polypeptide oder Peptidfragmente "nachahmen", um ohne schädliche Nebenwirkungen in den Körper eingeschleust werden zu können. Mit aktiver und passier Immunisierung hofft man, zukünftig dem Problem der Altersdemenzen besser entgegen treten zu können.

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