Die Cartoons von Larson und Perscheid
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Redaktion 21.02.2011 |
Zwischen dem gesprochenen und geschriebenen Wort steht das gezeichnete. Nicht unbedingt als Wand, sondern eher als Brücke. Karikaturen und Cartoons, die den Irrsinn des Alltags in einer Momentaufnahme auffangen, festhalten, und mit Satire gewürzt wiedergeben und wie durch stark gekrümmte Spiegel reflektieren, indem sie übertreiben, karikieren, in gewisser Weise vereinfachen und dadurch erst das Wesentliche auf den Punkt bringen. Die Protagonisten der Zeichner sind nicht gänzlich entstellt und unkenntlich gemacht, auch wenn sie manchmal etwas verzerrt daher kommen.
Der Comiczeichner bannt jeweils nur einen winzigen Ausschnitt in ein Bild und ist daher auf seinen Instinkt angewiesen, der ihm sagt, welche Stilmittel er wählen soll, um frei nach Aristoteles' Poetik das Lustige am Hässlichen aufzuzeigen, den Menschen das Lachen zu entlocken, aber nur soweit, dass sie glauben, sich kräftig räuspern zu müssen, damit es herauskommt. Einer der ganz großen der Comic-Kunst, der Weltliteratur 'gezeichnet' hat und es auch heute noch tut, ist Gary Larson.
Seine Far-Side-Collection, seine allzu menschlichen Tiere, seine fast schon schmerzhaft entlarvenden lakonischen Kommentare unter 'Momentaufnahmen' menschlicher Kulturgeschichte, prähistorische und postmoderne Versager, die ihre Pendants in ursteinzeitlichen Tieren oder orientierungslosen Außerirdischen finden. Gott, der die Welt mit ein wenig Idiotensalz würzt, bevor er sie ihrem schicksalhaften Lauf überlässt, der sich eher gegen den Uhrzeigersinn zu richten scheint, da in Gary Larsons Welt alles so herrlich verdreht, politisch unkorrekt und die abstrakten Figuren irgendwie Allerweltsgesichter- und Namen tragen und dennoch so viel individuellen Erkennungswert beim Betrachter erwecken.
Aber auch anderer Cartoonist soll genannt sein, dessen Zeichnungen eine größere Tiefe verraten, als die Farbe auf dem Papier imstande wäre, in die Strukturen dieses Zellstoffs zu dringen. Sein Name ist Martin Perscheid. Die Schärfe seiner Charaktere kommen trotz scheinbar beliebiger Knollennasen-Figuren durch das filigrane Zusammenspiel einzelner ästhetischer Faktoren zustande, wie die Figuren selbst, das Setting, in welches sie eingebunden sind, und nicht zuletzt durch die kurzen, spitzen Kommentare. Ähnlich einer literarischen Komposition, einem Gedicht oder vielleicht auch einem Songtext, ergibt erst alles zusammen die fatale (Farb)-Mischung dieser gar nicht so absurden Szenarien.
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