Fertighäuser
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Redaktion 22.02.2011 |
Mittlerweile wurden in Deutschland tausende von Fertighäusern gebaut. Diese wurden nach individuellem Geschmack geplant, in wenigen Tagen hochgezogen und bezugsfertig übergeben. Wo noch bis vor kurzen braches Land war, steht wenig später eine schmucke Villa. Die Geschwindigkeit, mit der professionelle Bauarbeiter ein Fertighaus hochziehen, gleicht tatsächlich einem kleinen Wunder. Dabei ist die kurze Bauzeit nicht der einzige Vorteil des Fertighausbaus: kalkulierbare Festpreise und Gewerke (das sind die Leistungen der Handwerker) aus einer Hand sind weitere Vorzüge, die für diese Art des Bauens sprechen.
Ins Reich der Märchen gehört dabei allerdings das Gerücht, dass der Fertighausbau zwangsläufig günstiger sei als der konventionelle Hausbau. Es stimmt zwar, dass sich durch die fabrikmäßige Serienproduktion der Fertigbauteile erhebliche Kosten sparen lassen. Doch bezieht sich der günstige Festpreis häufig nur auf eine recht einfache Standardausführung. Jedes Extra und jeder Sonderwunsch muss hingegen teuer bezahlt werden. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, sollte sich deshalb jeder, der sich für ein Fertighaus interessiert, vorab möglichst umfassend und genau informieren. Das Angebot ist groß und vielfältig. Über 250 Firmen bieten Villen, Bungalows, Landhäuser, Gebäude mit regionaltypischer Architektur, ökologische Holzhäuser sowie preisgünstige, einfach konstruierte Modelle an.
Dabei gibt es für jeden etwas: für zahlkräftige Käufer ebenso wie für Kunden mit dünnem Portemonnaie, für Hausherren mit konventionellem Geschmack ebenso wie für Individualisten. Einen Angebotsüberblick verschaffen Prospekte und Internetseiten der Hersteller. Bereits errichtete Fertighäuser können in speziellen Ausstellungs- und Musterhauszentren besichtigt werden Sind einige Objekte schließlich in die engere Wahl genommen worden, sollte sich der Interessent diese möglichst genau anschauen. Eine unklare und unvollständige Baubeschreibung erweist sich häufig als gefährlicher Fallstrick Bei den Angeboten sollte genau geprüft werden, ob die Bau- und Leistungsbeschreibung vollständig und die Aussagen eindeutig und klar sind. Die Bau- und Leistungsbeschreibung dient als vertragliche Grundlage für den Bau des Hauses und enthält Angaben zur baulichen und technischen Ausführung sowie zu Umfang und Qualität der Ausstattung. Für einen exakten Angebotsvergleich ist daher die genaue Prüfung der Bau- und Leistungsbeschreibung eine unerlässliche Voraussetzung.
Sollten darin Informationen fehlen, empfiehlt es sich, diese schriftlich vom Anbieter geben zu lassen. Bei der "OK" ist nicht immer alles O.K. Wichtig beim Preisvergleich ist vor allem auch, auf welchem Grundbau das Gebäude erstellt werden soll und wie viel dieser kostet. Der Festpreis der meisten Fertighäuser bezieht sich auf den Bau ab "Oberkante Kellerdecke" — häufig nur als "OK" bezeichnet. Zum angegebenen Festpreis müssen demnach die Kosten für den Keller oder für eine so genannte Bodenplatte berücksichtigt werden.
Die Bodenplatte besteht aus Beton und gründet auf einem knapp einen Meter tiefen Fundament. Die Bodenplatte inklusive Fundament kostet zwischen 10.000 und 15.000 Euro. Soll das Haus auch über einen Keller verfügen, kommen zusätzlich Kosten zwischen 15.000 und 50. 000 Euro auf den Käufer zu. Dabei werden die Arbeiten für Bodenplatte oder Keller in der Regel von Vertragsfirmen der Fertighaus-Hersteller durchgeführt.
Sie können aber auch vom Bauherren selbst oder durch von ihm beauftragte Handwerker übernommen werden. Wer aber an der falschen Stelle spart und unsachverständige Arbeitskräfte einsetzt, riskiert Pfusch am Bau. Denn werden die Vorgaben der Hersteller nicht millimetergenau eingehalten, können die Abweichungen an den Passstellen zwischen OK und Fertighausteilen teure Nachbesserungen erforderlich machen. Ist der Grundbau des Gebäudes geklärt, muss als nächstes überlegt werden, nach welcher Bauweise das künftige Traumdomizil errichtet wer- den soll. Die meisten Fertighäuser werden aus so genannten Holzverbundwänden in Großtafelbauweise erstellt. Die fabrikmäßig erstellten großflächigen Wände und Decken bestehen aus Holz, Gipsplatten und Wärmedämmstoffen.
Fenster und Türen sind in die Wände bereits integriert. Weil die Tafeln nur noch durch Bolzen, Haken und Klammern verbunden werden müssen, ist das Haus im Nu errichtet. Die Technik des Holzrahmenbaus hingegen beansprucht – wegen des geringe- ren Vorfertigungsgrades — etwas mehr Zeit. Standardisierte Holzrahmen werden auf der Baustelle errichtet und dann vor Ort – in der Regel mit Holzwerkstoffplatten — verkleidet. Der Vorteil dieser Bauweise: Der Grundriss lässt sich individueller gestalten. In der Regel werden die Häuser "schlüsselfertig" oder "bezugsfertig" angeboten. Doch hier ist Vorsicht geboten. Denn diese Begriffe sind nirgends verbindlich definiert und bedeuten keinesfalls, dass das Haus immer komplett und fertig übergeben wird. Deshalb ist vorab zu klären, ob die ausgesuchten Materialien, der gewünschte Grundriss und das Architektenhonorar im Festpreis enthalten sind. Und vor allem sollte der Bauherr genau wissen, ob und welche Leistungen er selbst zu erbringen hat. Denn wer über wenig Eigenkapital verfügt, kann durch die "Muskelhypothek" Finanzierungslücken vermeiden.
Durch Eigenleistungen eines handwerklich versierten Bauherren können bis zu zehn Prozent des Festpreises gespart werden. Das Prinzip richtet sich dabei nach der einfachen Arbeitsteilung: Der Hersteller verrichtet die "schweren" Aufgaben, also die komplette Haushülle inklusive Dacheindeckung und Außenputz. Der Bauherr hingegen übernimmt die typischen Innenausbauarbeiten wie tapezieren, streichen und das Verlegen von Böden. Doch Vorsicht vor Selbstüberschätzung: Wem handwerkliches Geschick fehlt, dem kann die Eigenarbeit teurer zu stehen kommen als der Einsatz flinker Handwerker. Finanzierung des Fertighauses: In den letzten Jahren hat sich die Situation für Immobilienkredite und Baufinanzierung geändert. Mittlerweile kann das Internet für die Suche nach dem richtigen Hypothekenkredit wesentlich besser genutzt werden.
Wer mehr zum Thema Finanzierung wissen will, dem empfehlen wir unsere Kategorie Immobilienkredit. Nur für Bau-Profis zahlen sich Eigenleistungen aus Dies gilt erst recht beim Rohbauhaus und beim Bausatzhaus. Denn bei ersterem übernimmt der Bauherr den kompletten Innenausbau. Sogar die Haustechnik muss er in Eigenregie montieren. Und beim Bausatzhaus erstellt der Bauherr aus den gelieferten Baustoffen sogar den Rohbau selbst. Ergo: Diese Strategie eignet sich nur für Bauherren mit viel Zeit und professionellen Baukenntnissen. Sie können dann allerdings gegenüber einem bezugsfertigen Haus beim Rohbauhaus 15 bis 20 Prozent, beim Bausatzhaus sogar bis zu 30 Prozent einsparen. Für den zügigen Ablauf unerlässlich sind jedoch klare zeitliche Vorgaben. Steht der Keller oder die Bodenplatte, so können die meisten Anbieter den Rohbau innerhalb einer Woche erstellen. Für die technische Installation und den Innenausbau sind zwischen fünf und zwölf Wochen zu veranschlagen.
Ist das Haus dann fertig, erfolgt gemeinsam mit dem Hersteller die Bauabnahme. Durch sie bestätigt der Käufer die Vertragserfüllung des Fertighausanbieters. Ist das Fertighaus "abgenommen", wird die restliche Zahlung des Festpreises fällig, und es beginnt die Verjährung der Gewährleistungsfristen. Beim Rohbau- und beim Ausbauhaus ist die Abnahme der haustechnischen Geräte durch einen Fachmann vorgeschrieben. Aber auch bei schlüsselfertigen Häusern empfiehlt sich für den Bauherrn die Heranziehung eines Architekten oder Sachverständigen. Klar erkennbare Mängel sollten deshalb unbedingt in einem Abnahmeprotokoll festgehalten werden.
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