Joomla 1.6 – Ein kritischer Überblick

Redaktion
27.05.2011
Joomla 1.6 – Ein kritischer Überblick

Seit Januar gibt es nun endlich eine neue Version von Joomla. Die Version 1.6, die sich recht lange in der Entwicklung befand wurde als „Stable Version“ veröffentlicht und ließ somit das Herz vieler CMS-Fans und Webmaster höher schlagen.
Schon die Vorgänger-Version 1.5 hatte einiges zu bieten und gehört ohne Zweifel zu den mächtigsten Content Management Systemen im Web. Mit 1.6 konnte ja eigentlich alles nur besser werden…
…in vielen Fällen kann man das auch so unterschreiben. Die Entwickler haben sich an vielen Stellen wirklich Gedanken gemacht und an den richtigen Schrauben gedreht. Trotzdem erweckt die „fertige Version“ an vielen Stellen einen unfertigen Eindruck.


Das beginnt schon beim Backend, das an vielen Stellen aufgebohrt wurde. Grafisch ist das wirklich nett anzuschauen, denn die Icons haben einen neuen Look bekommen und auch an der Anordnung hat man gearbeitet. So sind nun viele Bereiche deutlich einfacher und schneller zu erreichen.
Eine der größten Kritikpunkte ist an dieser Stelle aber die fehlende Unterstützung alter Browser, wie zum Beispiel dem Internet Explorer 6.


Natürlich sollte dieses Relikt aus alten Zeiten längst verschwunden sein. Fakt ist aber, dass gerade viele große Firmen (in denen ja zum Teil auch Joomla im Intranet zum Einsatz kommt) noch immer auf alte Systeme setzen und dazu gehört auch die Nutzung des IE6. Mit dem Browser-Dinosaurier ist eine Navigation im neuen Joomla 1.6er Backend aber kaum noch möglich. Man mag sich über diesen Punkt streiten, aber universell einsetzbar ist das CMS damit definitiv nicht.
Grandios sind hingegen die neuen Nutzerrechte, die man jetzt sehr einfach zuweisen kann. Nun ist es möglich ganz eigene Usertypen zu erstellen und man hat zudem die Möglichkeit jedem Usertypen bestimmte Eigenschaften zuzuweisen. Gerade bei großen Communitys oder großen redaktionellen Seiten ein absoluter Pluspunkt. Allerdings hat man hier auch nur aufgeholt zu anderen Systemen wie z.B. Drupal oder Wordpress, die diese Rechteverwaltung schon lange im Gepäck haben. Man hätte von den Joomla-Entwicklern durchaus etwas mehr Innovation erwarten dürfen und neue Ideen, um Joomla als Wegweiser für andere Systeme zu definieren.


Neu ist auch die Templateverwaltung, die nun auch erlaubt, dass man mehrere „kleine Projekte“  in einem großen Projekt zusammen führt. Viel getan hat sich hier aber nicht, all das war auch in 1.5 schon möglich, wenn auch auf ein paar anderen Wegen.


Der größte aller Kritikpunkte sind allerdings nach wie vor die Beispielinhalte, die wie in den Vorgängerversionen keinerlei gute Einstiegshilfe sind. Hier hätte man auch Joomla-Neulingen den Einstieg erleichtern können,  in dem man kleine Tutorials zu den jeweiligen Themen eingestellt hätte. Derzeit sehen die Inhalte zwar ganz nett aus, aber eigentlich stören sie nur, denn sie verwirren und bieten keinen guten Einstieg. Man hätte aus den Beispielinhalten ein kleines Tutorial machen sollen und ganz sicher würde man so mehr Nutzer für das CMS gewinnen.


Joomla 1.6 ist gut und der Schritt war ganz sicher in die richtige Richtung. Final ist das aber lange nicht, da muss noch einiges passieren.

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