Cowboystiefel
Als Stiefel bezeichnet man einen Schuh mit Schaft, der mindestens bis über den Knöchel oder sogar noch höher reicht. Auf Wandmalereien (ca. 15.000 – 13.000 v. Chr.) in der spanischen Altamira-Höhle sind erstmalig Stiefel zu erkennen. Sie wurden von Jägern getragen und dienten damals sicher zum Schutz der Beine vor möglichen Verletzungen. Auch in der moderneren Zeit dienten Stiefel bei Soldaten, Jägern, Wanderern und Bergsteigern mit ihren speziellen Modellen diesem Hauptzweck.
Modisch gesehen konnte sich der Stiefel jedoch erst Mitte des 20.Jahrhunderts am Schuhmarkt durchsetzen. Der Grund für das stetig wachsende Interesse, war die immer größer werdende Modellvielfalt, die in diesem Bereich der Schuhmode angeboten wurde. Vor allem für Frauen gab es schon zu dieser Zeit viele verschiedene Modelle.
Stiefel lassen sich anhand mehrerer Merkmale unterscheiden. Da kommt es zunächst einmal auf die Schaftlänge und die Schnittform an. Auch die Verwendungsart bzw. der Einsatzzweck spielt eine große Rolle. Und letztendlich bestehen Stiefel auch aus verschiedenen Materialien.
Allen bekannt ist der Gummistiefel. Diese Knie- bzw. Waden hohen Stiefel werden aufgrund ihrer Wasserdichtigkeit sehr häufig benutzt. Sie haben sich in vielen Bereichen durchgesetzt. Als Regenschutz und Modeartikel werden sie zu Berufs- und Freizeitkleidung getragen. Beispiele sind in der Forstwirtschaft, im Baugewerbe, bei Kanalisationsarbeiten, in der Fischerei usw. zu finden, eben überall dort, wo es auf wasserdichtes sowie einfach und schnell zu reinigendes Schuhwerk ankommt.
Modischer ist aber der Westernstiefel. Die besonderen Merkmale dieser sog. Cowboystiefel sind eine konisch zulaufende Schuhspitze, ein abgeschrägter Absatz und ein bis zur Mitte der Wade reichender, häufig reich verzierter Schaft. Nachdem diese Stiefel größtenteils in den amerikanischen Staaten verkauft wurden, hat sich nun jedoch auch in Europa ein großer Boom dieser Stiefel entwickelt.
Der potentielle Kunde kann auch einen Holzstiefel, manchmal auch Clog-Stiefel genannt, erwerben. Der Name kommt durch die aus Holz gefertigte Sohle.
Andere bekannte Stiefel sind die Reitstiefel. Diese bestehen zumeist aus Gummi oder Leder. Das interessante Merkmal dieser Stiefel ist die absolut glatte Sohle. Solch eine Sohle ist für den Pferdesport sehr wichtig, da ein Verhaken in den Steigbügeln verhindert werden muss. Je nach der Pferdesportart (beispielsweise Trabrennen, Galopp, Dressur oder Springreiten) werden dem potentiellen Kunden unterschiedliche Modelle angeboten.
Für Wintersportler sind Skistiefel sehr interessant. Natürlich stehen auch hier (je nach Skiport Art) unterschiedliche Modelle zur Auswahl zur Verfügung. Die wichtigste Aufgabe dieses Stiefels ist es, dem Fuß des Wintersportlers einen guten Halt zu geben. Der feste Schluss des Schuhs um den Fuß sorgt für die optimale Übertragung der Fahrerbewegungen auf den Ski und verhindert Verletzungen wie das Verdrehen des Fußgelenks.
In den Sommermonaten, ist der Wanderstiefel das begehrteste Modell. Der Wanderstiefel, dem Jagdstiefel durch seine Herstellungsart ähnlich, ist sehr robust und rutschfest. Solch ein Stiefel ist immer großen Belastungen ausgesetzt, weshalb hierbei eine gute und sorgsame Pflege sehr wichtig ist.
Um Stiefel nach dem Tragen relativ leicht auszuziehen zu können, sollte man sich einen sog. Stiefelknecht zulegen. Dies ist ein Hilfsmittel zum leichteren und zugleich schonenden Ausziehen von Stiefeln, die aufgrund eines nicht vorhandenen Schuhverschlusses (Schnürung, Reißverschluss etc.) sich zum Ausziehen nicht öffnen lassen und deshalb schwierig vom Fuß zu streifen sind.
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