Vorfinanzierung eigener Vermögenswerte durch die Aufnahme eines Vorausdarlehens

Monika Weber
01.06.2009

Durch die Aufnahme eines Vorausdarlehens haben private Kreditnehmer die Möglichkeit eigene finanzielle Mittel, die zur Zeit unzugänglich angelegt sind, vorzeitig verfügbar zu machen und den Zeitraum bis zur Fälligkeit der Vermögensanlage zu überbrücken. Der avisierte und vorfinanzierte Geldeingang kann beispielsweise aus einem Sparplan, einem Bausparvertrag, einer Lebensversicherung oder einer ähnlichen Geldanlage stammen. Die Konditionen, die hinsichtlich der Laufzeit und der Höhe des Vorausdarlehens gelten, hängen eng von den Bedingungen, die für die fällig werdende Geldanlage gelten, ab. Das Vorausdarlehen unterliegt demnach einer Laufzeit, die mit der Anlagedauer der Vermögensanlage korrespondiert. Der Umfang der Finanzierungsmittel, die durch das Vorausdarlehen zur Verfügung gestellt werden, entspricht maximal dem Anlagebetrag zuzüglich der erwarteten Rendite. Das Vorausdarlehen wird in einer Summe nach Abschluss des Kreditvertrages zur Verfügung gestellt und ist nicht an einem bestimmten Verwendungszweck gebunden.

Die Vorteile eines Vorausdarlehens

Die Nutzung eines Vorausdarlehens zur Deckung des Finanzierungsbedarfs bietet im Vergleich zu anderen Kreditangeboten einige Vorteile. In erster Linie trägt der Kreditnehmer anders als beispielsweise bei der Aufnahme eines Ratenkredites nur eine geringe laufende Belastung in Form der Zinszahlungen und genießt einen großen finanziellen Freiraum. Die Rückzahlung des Vorausdarlehens erfolgt nicht wie bei den meisten Privatkrediten in regelmäßigen Raten während der Laufzeit, sondern erst am Ende der Laufzeit in einer Summe. Die Kreditschuld wird durch die vorfinanzierte Geldanlage getilgt, so dass der Kreditnehmer von regelmäßigen Rückzahlungsraten oder laufenden Zahlungen zu Gunsten eines Tilgungsinstrumentes befreit ist. Obwohl der Kreditnehmer nicht ohne weiteres während der Vertragslaufzeit über die Vermögensanlage verfügen kann, besteht die Bank in der Regel trotzdem auf deren Verpfändung zu ihren Gunsten. Hierdurch ist sichergestellt, dass die Kreditschuld zum Zeitpunkt der Fälligkeit beglichen wird und der Bank kein Verlust droht. Darüber hinaus ist die Aufnahme eines Vorausdarlehens zur Deckung des finanziellen Bedarfs in der Regel nicht nur bequemer, sondern vor allem auch günstiger als die vorzeitige Kündigung der Geldanlage. Je nach dem um welche Geldanlage es sich handelt, muss der Kunde nicht nur mit Ertragseinbußen rechnen, sondern gegebenenfalls auch Gebühren zahlen. Im Weiteren muss unter Umständen eine Kündigungsfrist eingehalten werden, so dass der Kunde nicht unmittelbar über die benötigten Mittel verfügen kann.

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