Sydneyer Geheimtipp: La Perouse

Redaktion
31.03.2011
Sydneyer Geheimtipp: La Perouse

Es ist schon komisch. Jahrelang war die Halbinsel La Perouse, ein Ort an dem Weltgeschichte stattfand, kaum bekannt. Und nachdem die Amerikaner Szenen Filmes auf La Perouse drehten, wollen viele Menschen das Fort besichtigen.

La Perouse ist eine nette kleine Halbinsel mit einem Ruhe und Gemütlichkeit ausstrahlenden Flair. Hier landete 1788 der Franzose La Perouse und begrub seinen 1. Navigator auf dem Hügel. Der Gedenkstein dort erinnert an beide. Dieser Jean François de Galaup de La Perouse war ein sehr vielseitiger Weltenumsegler und Geograph. Er war im Auftrag seiner Regierung im Indischen Ozean in den französisch beherrschten Gebieten in Südindien und in Madagaskar. Auf ihn fiel die Wahl, eine ähnlich spektakuläre Reise nach Australien wie James Cook für Frankreich zu unternehmen. Mit zwei Schiffen startete er am 1. August 1785 in Brest. Aber im Gegensatz zu Cook verzichtet der wissenschaftlich orientierte Mann auf die Inbesitznahme noch unerforschter Inseln. Und er erfüllte seinen Auftrag, nämlich die Geographie des Pazifiks vom Norden bis Australien, von Asien bis Amerika zu erforschen.

Sechs Tage nach der Landung der First Fleet in Port Jackson betrat La Perouse am 1. Februar 1788 im Nordbereich der Botany Bay den Boden des damaligen Neuhollands. Aber am Fakt der vorrangigen Rechte der Briten war nichts zu deuteln. Obwohl England und Frankreich rein technisch im Pazifik rivalisierten, war das Zusammentreffen der beiden Seehelden Arthur Phillip und La Perouse freundlich. Sie tauschten Neuigkeiten aus, dinierten sogar miteinander. Phillip versprach, das Logbuch von La Perouse nach Frankreich zu schicken. Dramatisch an der weiteren Reise von La Perouse ist, dass er sein nächstes Ziel Neuguinea niemals erreichte. Die Rettungsaktionen 1791 verliefen ergebnislos. Eine zweite Expedition fand Teile der Wracks der Schiffe und zahlreiche französische Gegenstände im Besitz der Eingeborenen. Es dauerte aber noch bis 2005. Erst dann identifizierten Taucher das schon 1960 vor der Insel Vanikoro gefundene gesunkene Schiffwrack. Und nun streiten sich die Gelehrten, ob es vielleicht doch Überlebende gab? Ob ein kleines Boot gebaut wurde, mit dem man versuchte, über den Ozean zu segeln?
Sydney benannte später diesen Vorort nach dem berühmten Seehelden La Perouse.

Interessant auf der Halbinsel ist das Museum, das ursprünglich als Kabelhaus gebaut wurde. Wie ein mittelalterlicher Burgturm steht der „Barrack Tower“ auf dem höchsten Punkt der Halbinsel. Er diente seit 1820 dem Auffinden der Schmuggler, die durch die Meeresenge in die Botany Bay wollten. Gouverneur Macquarie ordnete die Errichtung an. Der größte Bereich von La Perouse gehört zum Botany NP. Dieser National Park besteht aus zwei Teilen, die durch die Zufahrt zur Bay getrennt sind. Und wir haben die Landungsstelle von Cook, sowie die Schornsteine von Kurnell deutlich vom nördlichen Ufer sehen können. Zum NP gehört auch die Festung auf Bare Island, einer kleinen Insel, die man über eine Holzbrücke zu Fuß vom Festland erreicht. Dieses Fort bauten die Briten zwischen 1880 und 1885. Es sollte vor russischen oder japanischen Invasionen schützen. Immerhin ist es vielen Menschen auf der Welt bekannt. Einige Szenen des Filmes „Mission Impossible 2“ wurden hier gedreht.

Der untere Teil der Halbinsel, das ist der nördliche Teil des Nationalparks. Ein Paradies für Taucher. Gleich bei der Holzbrücke zum Bare Island kann man entsprechende Utensilien ausleihen. Für den Wanderer gibt es den Henry Head Track, der über 8 Kilometer als Rundkurs durch den NP führt. Dabei ist als erstes Ziel der Leuchtturm, EndeavourLight, genannt nach dem Schiff von James Cook. Vom südlichsten Zipfel, Cape Banks führt der Weg im leichten Bogen wieder zur Strasse.

Weitere Reiseberichte aus Australien und Tasmanien finden sie auf dem ersten ausschliesslich im Internet veröffentlichen Buch The Apple Island, von Dieter Tischendorf.

Dagobert Wiedamann
dw (at) wiedamann (.) de

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