Tennis im Fernsehen
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Redaktion 16.02.2011 |
Es war Anfang der 90er-Jahre, als Steffi Graf und Boris Becker auf demHöhepunkt ihrer Karriere waren und reihenweise bei den populärsten Tennisturnieren rund um den Globus triumphierten. Der gemeine TV-Zuschauer war meist mit dabei, wenn der rotblonde Hüne aus Leimen oder die Gräfin aus Brühl den entscheidenden Ballwechsel zum Matchgewinn absolvierten. Tennis befand sich in der Beliebtheitsskala der deutschen Fernsehzuschauer auf Augenhöhe mit Fußball.
Diese Zeiten scheinen jedoch mittlerweile nun schon genauso lange her zu sein wie der letzte große Erfolg einer deutschen Filzball-Ikone bei einem bedeutenden Turnier. Die Realität sieht düster aus. Der Tennissport befindet sich in Deutschland in der Krise, dies untermauerte eine Studie von Sport+Markt, die Fernsehzuschauer nach ihren beliebtesten TV-Sportarten befragte. Das Ergebnis ist für alle Freunde des „weißen Sports“ eine mittlere Katastrophe. Tennis ist in diesem Ranking auf den achten Platz abgerutscht. Gerade einmal 15 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich für Tennis interessieren.
Selbst Eiskunstlaufen, eine Sportart, in der seit Katharina Witt keine Deutsche und auch kein Deutscher nachhaltig auf sich aufmerksam machen konnten, ist mittlerweile beliebter. Von Beliebtheitswerten wie sie der Fußball besitzt (71 Prozent) ganz zu Schweigen. Die aktuelle Umfrage markiert den vorläufigen Tiefpunkt eines Abwärtstrends, der seit dem Rücktritt der Tennisikonen Graf und Becker vor acht Jahren anhält. Die Fernsehlandschaft hat sich dem längst angepasst. Tennis ist nur noch in den partenkanälen zu bewundern. Gab es vor Jahren noch ein Wettbieten um die Übertragungsrechte des Turniers in Wimbledon, ist das bedeutendste Tennisspektakel der Welt aktuell zum Schnäppchenpreis beim DSF zu bewundern.
Die Branche schlägt Alarm, schließlich ist der Profibereich stets das ushängeschild einer Breitensportart. Geht das Interesse an ihm zurück, sind auch Einbußen beim Verkauf von Tennisartikeln oder bei den Vereinsmitgliedern zu erwarten.
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Kommentare
[...] Zwölf Jahre sind in der
[...] Zwölf Jahre sind in der heutigen Schnelllebigkeit des Sports eine Ewigkeit. Im Tennis ist dies nicht anders. Und so konnten sich nur die älteren Fans des „weißen Sports“ daran erinnern, dass es im Daviscup, dem Mannschaftswettbewerb im Individualsport Tennis, auch einmal deutsche Erfolge zu bejubeln gab. Die wiederum lagen lange zurück, als ein Boris Becker und Michael Stich die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes in den 90er Jahren zu zwei Cupsiegen brachten. Zwölf lange Jahre gab es dann kaum mehr etwas Positives über das deutsche Daviscupteam zu berichten, bis zu jenen denkwürdigen Tagen in Ostende. [...]