Can Mediation Be Therapeutic for Crime Victims? Seite 1

Redaktion
23.03.2011
Can Mediation Be Therapeutic for Crime Victims?

Jo-Anne Wemmers und Katie Cyr: Can Mediation Be Therapeutic for Crime Victims? An Evaluation of Victims’ Experiences in Mediation with Young Offenders. In: Canadian Journal of Criminology and Criminal Justice, Juli 2005, S. 527-544 Einführung Wemmers und Cyr vom International Centre for Comparative Criminology in Montréal präsentieren die Ergebnisse einer Evaluation, inwiefern eine Täter-Opfer-Mediation anstelle einer herkömmlichen Rechtsprechung den psychologischen Heilungsprozess der Opfer beeinflusst.

Sie stellen fest, dass das Hauptaugenmerk in der Rechtsprechung auf dem Verbrechen an sich liegt und das Leiden der Opfer nur zweitrangig ist. Durch diese mangelnde Unterstützung und Akezeptanz kann es zu einer sekundären Viktimisierung kommen. Mit den Modellen der „therapeutic jurisprudence“ von Bruce Winnick (1996) und „emotionally intelligent justice“ von Lawrence Sherman (2003) wurde zunehmend der Einfluss der Rechtsprechung auf das Befinden der Opfer erkannt und damit auch die Bedeutung einer außergerichtlichen Wiedergutmachung. Dazu zählt z.B. die Mediation zwischen Opfer und Täter.

Dieser Ansatz, der als „restorative justice“ (wiederherstellende Gerechtigkeit) bekannt wurde, gewinnt seit den 1980er Jahren vor allem in Kanada an Popularität, was die kanadische Regierung sogar dazu veranlasste internationale Richtlinien dazu auszuarbeiten und im sog.

Youth Criminal Justice Act, der 2003 in Kraft trat, die Bedeutung außergerichtlicher Maßnahmen zu betonen. Gegner der „restorative justice“ befürchten, dass eine weitere Konfrontation des Opfers mit dem Täter eine Verstärkung der Angst oder der posttraumatischen Belastung zur Folge haben kann. Diese unterschiedliche Ansichten warfen bei den Autoren die Frage auf, ob eine Mediation hilfreich oder hinderlich für das psychische Wohlbefinden der Opfer ist.

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