Das Sternberg-Paradigma, Seite 11
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Redaktion 25.02.2011 |
Versuch 5: inactive vs. active memory Bis dahin wurden die eingeprägten Informationen immer aus dem Kurzzeitgedächtnis abgerufen. Eine interessante Frage ist nun, ob sich sie Art der Suche ändert, wenn man gezielt verhindert, dass das „positive set“ durch „rehearsal“ im Kurzzeitgedächtnis gespeichert wird.
Unter der Verwendung der „fixed-set procedure“ wurden den einzelnen Probanden Listen mit einer oder drei oder fünf Ziffer(n) gezeigt. Direkt anschließend zeigte man sequentiell noch eine Liste aus sieben Buchstaben. Nach einer kurzen Pause und dem Ertönen eines Warnsignals gab es zwei verschiedene Ablaufmöglichkeiten. In einem Drittel der Fälle sieht die Versuchsperson eine Aufforderung, die Buchstabenliste mündlich zu wiederholen mit dem Zweck, dem Kurzzeitgedächtnis die Möglichkeit zu nehmen, sich das „positive set“, bestehend aus den Ziffern, einzuprägen (Experimentdurchgang). Deshalb wird die Information im Langzeitgedächtnis gespeichert.
In den restlichen Fällen erschien wie auch in den anderen Versuchen ein Testitem und der Proband gab bezüglich seines Vorhandenseins im „positive set“ eine positive oder negative Antwort (Kontrolldurchgang).
Aus diesen Kontrolldurchgängen ergaben sich ähnliche Resultate wie im 2. Experiment („fixed-set procedure”). Die Experimentdurchgänge erbrachten eine doppelt so hohe Steigung der RT-Listenlänge-Funktion (105ms pro Item) und einen höheren „zero-intercept“. Ansonsten waren die typischen Elemente (Linearität und gleiche Steigung für positive und negative Antworten) erhalten geblieben. Offensichtlich wird der Suchprozess relativ stark beeinflusst durch die Tatsache, dass die Informationen aus dem Langzeitgedächtnis abgerufen werden müssen.
Sternberg liefert hierfür eine mögliche Erklärung. Seiner Meinung nach werden zwei Verarbeitungsschritte eingeschoben. Zum einen muss die Liste im Langzeitgedächtnis lokalisiert werden. Dieser einmalige zusätzliche Zeitaufwand erklärt den höheren „zero-intercept“. Zum anderen muss jedes einzelne Item ins Kurzzeitgedächtnis transferiert werden und zwar mit einer Geschwindigkeit von 50ms pro Item. Das erklärt die doppelt so hohe Steigung. Anschließend kann die schon bekannte „high-speed exhaustive search“ durchgeführt werden.
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