Das Sternberg-Paradigma, Seite 4
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Redaktion 25.02.2011 |
Saul Sternberg Unter dem Einfluss der kognitiven Wende entstanden die Reaktionszeitexperimente des Saul Sternberg, die Aufschlüsse über die mentalen Abläufe im menschlichen Gehirn liefern sollten. Saul Sternberg, geboren am 30. August 1933, besuchte von 1954-1959 die Harvard University und im Jahr darauf die University of Cambridge. Im Anschluss daran war er bis 1964 an der Universität in Pennsylvania tätig. Bis 1988 forschte er in den Bell Telephone Laboratories, Inc., wobei er seine Arbeit an der Universität Pennsylvania nicht aufgab. Dort lehrt er seit 1985 als inzwischen emeritierter Professor der Psychologie.
1966 wurde Saul Sternbergs Artikel "High Speed Scanning in Human Memory" in “Science” publiziert. Dieser ist Gegenstand der folgenden Ausführungen.
Sternbergs Reaktionszeitexperimente stützen sich prinzipiell sich auf Donders’ Erkenntnisse. Donders’ „stage theory“ übernahm er vollständig: Die verschiedenen Verarbeitungsschritte zwischen der Präsentation des Testreizes und der Antwort bestehen aus dem „encoding stage“, in dem der Testreiz enkodiert wird, dem „serial comparison stage“, in dem der Testreiz seriell mit der eingeprägten Liste abgeglichen wird und dem „response stage“ (dieser besteht streng genommen wieder aus zwei einzelnen Verarbeitungsschritten, nämlich der Entscheidungsfindung und der motorischen Umsetzung). Im Gegensatz zu Donders ging Sternberg aber davon aus, dass diese Verarbeitungsschritte beeinflusst werden können. Dazu untersuchte er verschiedene Faktoren der Beeinflussung und fand heraus, dass der „encoding stage“ durch eine Degradierung des Testreizes beeinflusst werden kann (siehe Experiment 3) und der „serial comparison stage“ durch die Länge der einzuprägenden Liste. Der „response stage“ kann durch die Art der Antwort (positiv oder negativ, in motorischer oder mündlicher Form) verändert werden. Diese Abschwächung von Donders Theorie, der „assumption of pure insertion“, nennt Sternberg nun „assumption of selective influence“. Wichtig ist dabei, dass ein Faktor immer nur genau einen Verarbeitungsschritt beeinflusst. Damit bestätigte Sternberg Donders’ Annahme über das Vorhandensein solcher „stages“.
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