Kinder als Zeugen vor Gericht, Seite 7
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Redaktion 28.02.2011 |
2. Glaubhaftigkeit der Aussage, Glaubwürdigkeit des Zeugen
Im folgenden Kapitel soll die Unterscheidung zwischen Glaubhaftigkeit und Glaubwürdigkeit beschrieben werden und die sog. Qualitätsmerkmale erlebnisbasierter Aussagen vorgestellt werden, anhand derer eine merkmalsorientierte Glaubhaftigkeitsbegutachtung in der Regel durchgeführt wird. Die Besonderheiten für Kinder werden dann im Kapitel 3 hervorgehoben. Glaubwürdigkeit ist kein originär psychologisches, sondern ein umgangssprachliches Konstrukt, das auf Attributionresultaten basiert, die in sozialen Interaktionsprozessen entstehen.
Dieses „Trait-Modell“ der Glaubwürdigkeit einer Person wird in neuerer Zeit in der Aussagepsychologie jedoch als zu statisch und personenbezogen und somit unzureichend kritisiert und zurückgewiesen Es komme vielmehr auf die Glaubhaftigkeit der gemachten Aussage an. Somit wurde der Fokus auf den kognitiv-funktionalen Leistungs- und den motivational bestimmten Handlungscharakter der konkreten Aussage gelenkt. Um nun integrative diagnostische Strukturmodelle entwickeln zu können, wurde das übergeordnete Konstrukt „Glaubhaftigkeit“ in mehrdimensionale psychologische und damit auch operationalisierbare Konstrukte umgewandelt:
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