Eyeliner richtig auftragen

Victoriah Szirmai
30.12.2010
Eyeliner richtig auftragen

Unsere Mütter konnten es noch: den Eyeliner richtig auftragen. In den Fünfziger- und vor allem Sechzigerjahren ging ja auch nichts ohne den perfekten Lidstrich! Mit Flüssig-Eyeliner aufgetragen, passte er perfekt zu den geometrischen Mustern der Mode und wurde schnell zum Markenzeichen damaliger Filmdiven wie etwa Sophia Loren. Statt dicker Balken tragen wir unseren Lidstrich heute eher als dezente Katzenaugen oder, wenn es einmal dramatisch sein darf, als sogenannte Smokey Eyes.



Doch schon die alten Ägypter und Inder umrahmten ihre Augen schwarz, mit sogenannten Ruß- oder Kohlestiften. Als Kajal lebt dieser Augenkonturenstift bis heute fort, doch hat die technologische Entwicklung auch vor der Kosmetikindustrie nicht halt gemacht. Flüssiger Eyeliner sorgte zwar für ein präziseres Ergebnis, bedurfte aber auch mehr Übung in der Anwendung, sonst kam es leicht zu einem verwackelten Zickzack-Look, der auf Kinderzeichnungen charmant, auf dem eigenen Lid jedoch einfach nur unprofessionell aussieht.

Wie also den perfekten Lidstrich schminken?

Empfohlen wird, mit dem Eyeliner einzelne Punkte auf den oberen Wimpernkranz zu zeichnen und dieser dann einen nach dem anderen durch eine Linie zu verbinden. Allein das Zeichnen der Punkte ist jedoch schon eine wackelige Angelegenheit und auch eher für Geübte zu empfehlen. Anfänger können ihren Ellenbogen beim Zeichnen auf die Ablage vor dem Spiegel aufstützen – dies bewirkt eine ähnliche Stabilisierung wie das Stativ bei einer Kamera und damit ein wackelfreies Ergebnis.

 

Allerdings hat nicht jeder eine entsprechende Ablage in der richtigen Höhe zur Verfügung. Abhilfe schaffen lässt sich hier zu Hause mit einem kleinen aufstellbaren Spiegel, den man auf dem Schreib- oder Küchentisch plaziert. Nun kann man den Ellbogen bequem auf dem Tisch ablegen und mit dem Auftragen des Eyeliners beginnen. Für unterwegs bietet es sich an, den eigenen Wangenknochen als Stütze zu verwenden. Die zeichnende Hand wird leicht auf den Wangenknochen gelegt, ein Zittern so verhindert. Mit der anderen Hand lässt sich das Augenlid vorsichtig glattziehen, sodass kein noch so winziges Knitterfältchen dem spitzen Pinsel im Weg steht.



Ein weiterer – und meiner persönlichen Meinung nach der brauchbarste - Tipp für Anfänger ist, den Lidstrich erst mit einem gut gespitzten, weichen Kajal vorzuzeichnen und dann erst mit dem Flüssig-Eyeliner nachzuziehen. Mit etwas dunklem Lidschatten und einem Q-Tip wird das Ganze dann „smokey“ verwischt, da fällt eine kleine Ungenauigkeit gar nicht mehr auf. Sie können auch direkt den Lidschatten zum Eyeliner umfunktionieren: Mit einem angefeuchteten Pinsel lässt sich mit Schwung eine tolle Linie zeichnen, die mit dem Eyeliner vielen Frauen so schwer fällt. Die Kosmetikindustrie arbeitet allerdings an Flüssigeyelinern in Stiftform, die sich so simpel wie ein Filzstift auftragen lassen sollen. Womit wir wieder bei der Kinderzeichnung wären …

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