Traumdeutung

Redaktion
17.03.2011
Traumdeutung

Jeder Mensch träumt jede Nacht. Auch wenn wir die meisten Träume bald schon wieder vergessen haben, faszinieren sie uns und gern würden wir wissen, welche Bedeutungen sie haben. Während Einige Traumdeutung belächeln und der Ansicht sind, Träume wären zufällig zusammengefügte Erinnerungen, sind viele der Meinung, Träume hätten eine tiefere Bedeutung. So gibt es die Auffassung, Träume helfen uns, Unbewältigtes zu verarbeiten oder auf Probleme der Seele aufmerksam zu werden bis zur Aufklärung von Ereignissen, bei denen man gar nicht zugegen war oder die erst noch statt finden.
Trotz der Kontroverse über die Möglichkeiten oder Notwendigkeit der Traumdeutung, haben sich seit Jahrhunderten viele Menschen tiefgehend damit beschäftigt. In der Wissenschaft ist Traumdeutung umstritten. Während einige Neurowissenschaftler sie als sinnlos zurückweisen, wird sie von manchen Psychologen gezielt untersucht und in der Behandlung von Patienten berücksichtigt. Schon in der Antike beschäftigten sich Gelehrte wie Aristoteles mit den Träumen.

Die Anfänge der modernen Traumdeutung

Die wichtigste moderne Schule der Traumdeutung geht auf den Begründer der Psychoanalyse, Sigmund Freud, zurück. Der Tiefenpsychologe ging davon aus, dass Träume uns viel über die Welt der Seele verraten können, die nicht offensichtlich ist, sowie über das Unterbewusstsein und seine Vorgänge. Er beschäftigte sich mit der Analyse von Träumen und verfasste das Werk "Die Traumdeutung", das seine Erkenntnisse zusammenfasst. Für ihn sind Träume persönliche Botschaften des Träumenden, die für seine Selbsterkenntnis, für Diagnostik oder Therapie genutzt werden sollten, aber niemals Prophezeiungen für die Zukunft oder andere Menschen sind. In unseren Träumen kommt laut Freud zutage, was wir im Wach-Sein verdrängen. Da Verdrängungsmechanismen jedoch auch während das Schlafs eingeschränkt funktionierten, müsse ein Traum analysiert werden, da er nicht offensichtlich verstanden werden könne.
Der Schweizer Psychiater Carl Gustav Jung dagegen versteht den Traum nicht als individuelle Botschaft, sondern ordnet den Ereignissen in Träumen universelle Bedeutungen zu, die man in spezieller Literatur zur Bedeutung von Traumsymbolen nachschlagen müsse.

Traumsymbole

Heute wird die Traumdeutung vielfach anhand von Symbolen dargestellt und jeder, der sich an einen speziellen Traum erinnert, kann in Büchern oder auf Web-Seiten nachschauen, für was der Traum stehen könnte. Dabei können Menschen oder Tiere eine Rolle spielen, wie zum Beispiel ein Fuchs, der für List und Tücke, aber auch für Lust stehen kann und von manchen als Warnung verstanden wird, vorsichtiger mit Menschen umzugehen, die möglicherweise versuchen, einen zu überlisten, oder aber Tätigkeiten wie Fliegen, das für den Wunsch, etwas im Leben zu verändern stehen kann. Mit Stichworten allein sollte man die Traumdeutung aber nicht angehen, denn die eigenen Lebensumstände sollten dabei einbezogen werden und diese können in einem Schlagwort-Lexikon zur Traumdeutung nicht berücksichtigt werden.

Traumdeutung in der Religion

Traumdeutung kann auch vor dem Hintergrund von Religion und Glaube betrachtet werden. In der Antike galten Träume als Botschaften der Götter und Dämonen an Menschen, sodass man an ihrer Aufklärung dementsprechend interessiert war.
Vielfach wird in der Religion davon ausgegangen, dass sich im Schlaf die Seele von allem Körperlichen löst und für spirituelle oder prophetische Botschaften aufnahmebereit wird. In vielen Berichten gelten Träume als Offenbarungen des Göttlichen an die Menschen, die für die Nachwelt festgehalten wurden.
So gibt es im Christentum zwar keine spezielle Schule der Traumdeutung, jedoch wird akzeptiert, dass Träume eine Bedeutung haben und im Alten Testament betätigen sich Josef und Daniel als Traumdeuter. In vielen Heiligenlegenden finden sich Beispiele für Träume, in denen dem Mensch etwas offenbart wurde. Im Mittelalter gab es noch eine starke Tradition, Ereignisse symbolhaft als Botschaften Gottes, eines Heiligen oder Satans zu interpretieren, die auch die Traumdeutung umfasste, jedoch mit der Zeit immer unbedeutender wurde, als Faktoren der Persönlichkeit und Erlebniselemente mehr Gewicht bekamen.
Ebenso wurde von jüdischen Gelehrten die Analyse von Träumen betrieben, denn in der Tradition des Talmuds wird davon ausgegangen, dass es keine Träume ohne Bedeutung gibt. Jüdische Traumdeutung verwendet Symbolismus, der an die heutigen Traumsymbole erinnert. Im Mittelalter wurde sogar unter Gelehrten diskutiert, ob bedeutungsvolle Träume Grundlage zur Änderung von Gesetzen sein dürften.
Der Prophet Mohammed, der den Islam begründete, ließ seine Anhänger während seiner Lebzeit viel über die Symbole der Träume wissen und analysierte die Träume der Menschen, die ihn darum baten. Seine Aussagen dazu wurden aufgezeichnet und später in Büchern zur Traumdeutung zusammengefasst, in denen Muslime die Bedeutung ihrer Träume erforschen können.
Konvertiten berichten immer wieder von bedeutungsvollen Träumen, die ihnen auf dem Weg zu ihrem neuen Glauben geholfen haben, so zum Beispiel der jüdische Kaufmannssohn und spätere Mönch Hermann von Scheda (ca. 1107 -1181), der über seinen Weg zum Christentum ein Buch verfasste, das sich mit seinen Träumen in der mittelalterlichen Tradition jüdischer und christlicher Traumdeutung beschäftigt.

Traumdeutung und Esoterik

Heute spielt Traumdeutung in der Esoterik eine wichtige Rolle und wird für Zukunftsprognosen herangezogen. Bei esoterisch geschulten Beratern können Mensche ihre Träume interpretieren lassen. Daneben gibt es zahlreiche Literatur zum Thema esoterische Traumdeutung, die allerdings keine systematische Erforschung oder wissenschaftliche Grundlage hat und auf Erfahrungswerten basieren soll.

Vermutlich werden Menschen sich auch in Zukunft weiterhin mit ihren Träumen auseinandersetzen. Unterschiedliche Möglichkeiten dazu haben sie zumindest, aber letztendlich ist der Umgang mit Träumen eine sehr individuelle Frage.

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