Branchenfonds und Regionenfonds

Monika Weber
01.06.2009

Investmentfonds bieten Anlegern die Möglichkeit, in viele verschiedene Aktienwerte zu investieren und somit ihr Risiko zu streuen. Die Anlagementalitäten dieser Fonds sind sehr unterschiedlich. Investiert die Großzahl der Fonds in verschiedene Regionen und Branchen (zum Beispiel Deutschland, Europa oder Amerika), konzentrieren sich andere Investmentfonds lediglich auf einzelne Branchen oder Regionen. Durch diese Spezifizierung haben Anleger die Möglichkeit, überdurchschnittliche Renditen zu erzielen, sofern die jeweilige Branche überdurchschnittlich wächst. Gleichzeitig ist hiermit aber auch das Risiko verbunden, dass diese eine Branche oder aber die vom Fonds bevorzugte Region von einer Wirtschaftskrise überproportional ergriffen wird und somit deutlich höhere Verluste erzielt. Branchenfonds können unterschiedlich investiert sein. Mögliche Assetklassen sind beispielsweise Rohstoffe, Pharmawerte, Technologien und Energie. Gerade im Bereich der Rohstoffe wird deutlich, dass Branchenfonds hohe Gewinne erzielen können, sofern das zugrunde liegende Investment an Wert gewinnt. Im Sommer 2008, als das Rohöl seine bisherigen Rekorde verzeichnete, markierten auch die Rohstofffonds, die vorwiegend in Öl investiert waren, Höchststände. Seither mussten Anlegern jedoch teils hohe Verluste verkraften, denn der Ölpreis hat seinen Wert seither mehr als halbiert. Gleiches gilt für die Technologie-Branche, die Ende der 1990er Jahre ihren Boom erlebte. Viele der damals hoch dotierten Unternehmen sind heute nicht mehr am Markt bzw. ihr Marktvolumen hat sich stark reduziert.

 

Trotz dessen konnten Anleger mit Technologiefonds in der Boomphase zum Teil Wertzuwächse von mehr als 100% in wenigen Monaten oder gar Wochen erzielen. Was für Branchenfonds gilt, gilt analog für Regionenfonds. Vor allem Aktienfonds, die in asiatische Länder investieren, waren in den letzten Jahren stark gefragt und erzielten teils zweistellige Jahresrenditen. Der Grund lag natürlich am überproportionalen Wachstum der Region, die durchschnittlich bei 7-9% pro Jahr lag. Auch das Wachstum in Russland sowie den osteuropäischen Ländern war deutlich höher als in Europa, sodass Anleger vermehrt hier investierten. Von der jetzigen Wirtschaftskrise sind diese Regionen jedoch stark betroffen, was sich auch an der Rendite der Aktienfonds ablesen lässt. Fazit: Branchen- und Regionenfonds eignen sich als Beimischung in Aktiendepots risikoorientierter Anleger. Sie können hier für überdurchschnittliche Renditen sorgen. In jedem Fall jedoch sollten Anleger, die derartige Fonds nutzen, immer die wirtschaftliche Situation der Länder und Branchen im Blick haben, um rechtzeitig aussteigen und Gewinne sichern zu können.

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