Qualität der Finanzberatung
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Monika Weber 04.06.2009 |
Das Bundesministerium für Verbraucherschutz hat eine Studie in Auftrag gegeben, in der es darum ging, die Qualität der Finanzberatung zu testen. Das Ergebnis fiel ernüchternd aus. So sollen in Deutschland in jedem Jahr bis zu 30 Milliarden Euro aufgrund mangelhafter Finanzberatung verloren gehen. Geld, das bei guter Beratung erhalten bleiben würde. Beispielsweise lösen Anleger bis zu 80 Prozent ihrer langfristigen Geldanlagen vorzeitig auf, obwohl sie dadurch relativ hohe Verluste erleiden, beispielhaft ist hier der niedrige Rückkaufswert der Lebensversicherungen zu nennen. In vielen Fällen ist die Beratung durch die so genannten Finanzberater inkompetent, das beginnt mit der unzureichenden Erfassung der finanziellen Ist-Situation. Es ist für jeden Anleger völlig unsinnig Geld fest anzulegen oder zu sparen, wenn dabei gleichzeitig der Dispositionskredit Monat für Monat strapaziert wird und teure Zinsen kostet. Kaum eine Geldanlage kann diese Kosten auffangen.
Außerdem sind viele der Finanzberater ausgesprochen provisionsgetrieben, das heißt, sie empfehlen dem ahnungslosen Anleger nur Produkte, für die sie selbst hohe Provisionen erhalten. Viele Verbraucher erwarten von einem Finanzberater Kompetenz und umfassende Beratung, die sie aber letzten Endes nicht bekommen. So passiert es, dass absolut sicherheitsorientierten Anlegern Zertifikate verkauft wurden, die mit der Pleite von Lehman Brothers wertlos sind. Das dürfte grundsätzlich nicht passieren und ebenso wenig dürften Rentnern Fondsanlagen empfohlen werden, die Laufzeiten von 25 Jahren voraussetzen. Kaum ein Finanzberater orientiert sich daran, was für den Kunden optimal ist, sondern er verkauft die Produkte seines Hauses oder die, die ihm die höchsten Provisionen bringen. Das ist in höchstem Maße unseriös. Jeder, der eine Anlagebratung aufsucht, sollte seine eigenen Ziele kennen, immer erst alle Verbindlichkeiten tilgen, Reserven von bis zu sechs Nettoeinkommen einplanen, verschiedene Angebote einholen und grundsätzlich nicht alles bei einer Bank oder einem Anbieter anlegen. Beratungsgespräche sollten im Beisein von Zeugen geführt und protokolliert werden. Besser fährt immer der Anleger, der nur Produkte kauft, die er auch selbst versteht. Außerdem muss auch immer beachtet werden, was die Anlagen für Kosten verursachen, das sollte sich der Anleger detailliert aufschlüsseln lassen. Gerade wenn die Laufzeit der Geldanlage relativ kurz ist, spielt die Höhe der Kosten eine nicht unwesentliche Rolle. Es ist immer besser für eine Beratung Honorar zu bezahlen, als durch eine kostenlose Beratung viel Geld zu verlieren.
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