Vermögensaufbau

Redaktion
22.03.2011
Vermögensaufbau

Mit der richtigen Auswahl Schritt für Schritt zum Vermögensaufbau Es müssen nicht immer Aktien sein — aber Aktien gehören natürlich dazu. Wer sich ein Vermögen aufbauen will, sollte die auf seine persönlichen Bedürfnisse zugeschnittene Kombination verschiedener Anlageformen wählen. Die Kurseinbrüche der letzten Zeit haben es wieder einmal sehr deutlich gezeigt: An der Börse gibt es keine Geschenke. Mit Aktien kann man zwar viel Geld verdienen, die Gewinne können aber auch dahinschmelzen wie Butter an der Sonne, wenn die Börsentendenz nach unten dreht. Wer ein Vermögen erwerben will oder zu verwalten hat, tut daher gut daran, die ganze Palette der Anlagemöglichkeiten zu nutzen und sich ein gut diversifiziertes Wertpapierdepot aufzubauen.

Als Grundregel gilt: Je höher die Renditechancen einer Anlageform sind, desto höher ist das Verlustrisiko. Mit Futures oder Optionen kann man sein Geld in kurzer Zeit vervielfachen, man kann aber auch einen Totalverlust erleiden. Auf dem Sparbuch ist das Geld zwar sicher, ebenso sicher ist aber leider auch die magere Rendite dieser Anlageform. Maximaler Gewinn und minimales Risiko schließen einander aus. Wer das Gegenteil behauptet, will Sie höchstwahrscheinlich übervorteilen und Ihnen eine „Investition" aufschwatzen, der nur er allein verdient. Wer Geld anzulegen hat, muß also sehr genau wissen, was er will. Vor allem, welche Rendite er anstrebt und welches Risiko er zu tragen bereit ist.

Der dritte wichtige Aspekt neben Rendite und Risiko ist die Liquidität. Mit jeder Anlage bindet der Investor sein Kapital für einen gewissen Zeitraum, aber es gibt gewichtige Unterschiede. Börsennotierte Wertpapiere kann man von einem Tag auf den anderen verkaufen und so wieder zu Geld machen. Bei Spareinlagen und Termingeldern legt sich der Investor schon für längere Zeit fest.

Am langwierigsten und aufwendigsten ist die Liquiditätsbeschaffung auf dem Immobilienmarkt. Wer sein Geld in eine Eigentumswohnung investiert hat, muß mit unter Jahre warten, bis er sie zum gewünschten Preis wieder verkaufen kann. Jeder Anleger muß also wissen, wann er sein Geld eventuell für andere Zwecke benötigen wird. Daraus folgt natürlich auch, daß man in Wertpapiere, die Kursschwankungen unterliegen, nur solche Gelder investieren darf, die man für längere Zeit nicht benötigt, um Buchverluste verschmerzen zu können. Die erste Geldanlage im Leben eines Investors ist meist ein von den Eltern geschenktes Sparbuch. Wegen der mageren Renditen sollten fürsorgliche Eltern ihrem Nachwuchs aber lieber Sparbriefe, Bundesschatzbriefe oder Pfandbriefe kaufen.

Gerade für junge Menschen arbeitet die Zeit, und die höheren Renditen der genannten, Anlageformen summieren sich im Lauf der Jahre zu beachtlichen Beträgen. Grundsätzlich ist zu sagen: Wer sein Geld verleiht – und das tut im Prinzip jeder, der keine Sachwerte wie Aktien oder Immobilien kauft –, muß auf die Bonität des Schuldners achten. Schließlich will er nicht nur attraktive Renditen, er braucht auch die Sicherheit, daß er das eingesetzte Kapital zum vereinbarten Zeitpunkt wieder zurückerhält. Mit Pfandbriefen, Bundesschatzbriefen und festverzinslichen Papieren der öffentlichen Hand (z.B. Anleihen des Bundes) sind in dieser Hinsicht keine bösen Überraschungen zu befürchten.

Wer wegen der oft höheren Renditen Anleihen ausländischer Schuldner oder gar Fremdwährungs- anleihen kauft, geht ein höheres Risiko ein. Konservative Anleger sollten nur in festverzinsliche Papiere mit einem Bonitäts-Rating von AAA oder Aaa (höchste Sicherheit von Zinsen und Tilgung) investieren. Erstklassige Anleihen sind und bleiben die Basis jedes gut diversifizierten Wertpapierdepots.

Diese Titel können auch beträchtliche Kursgewinne bringen, wenn das allgemeine Zinsniveau sinkt. Steigen die Zinsen hingegen, so sinken die Kurse aller Papiere, die mit einem festen Zinssatz ausgestattet sind. Solche Kursverluste sind zwar unerfreulich, doch relativ leicht zu verschmerzen: Hält der Anleger die Titel bis zur vereinbarten Fälligkeit, erhält er ja sein Kapital wieder zurück. Jedenfalls dann, wenn er bei der Bonitätsbewertung des Schuldners die nötige Sorgfalt hat walten lassen. Wer kauft, sollte daher bevorzugt in Anleihen mit kurzer Laufzeit investieren. Die Renditen sind hier zwar niedriger als bei den „Langläufern", aber dafür ist auch das Risiko gering, im Fall einer allgemeinen Zinssteigerung Kursverluste zu erleiden. Zudem ist bei diesen Papieren das Laufzeitende schon absehbar, und es spricht einiges dafür, daß man in zwei oder drei Jahren sein Geld wieder zu höheren Zinsen anlegen kann als heute.

So richtig reich ist allein von Zinszahlungen allerdings noch niemand geworden. Das Salz in der Börsensuppe ist nun einmal die Chance auf kräftige Kursgewinne. Noch ein weiteres Argument: Während die Zinserträge versteuert werden müssen, falls sie den persönlichen Sparerfreibetrag übersteigen, bleiben die Kursgewinne in jeder Höhe steuerfrei, wenn zwischen Kauf und Verkauf der jeweiligen Papiere mehr als zwölf Monate vergangen sind. Diese Spekulationsfrist ändert sich zwar ab 2009, aber das ändert nichts an der prinzipiellen Überlegung: Wer sein Kapital langfristig vermehren will, kommt daher an einer Investition am Aktienmarkt nicht vorbei. Man kann Aktien zwar börsentäglich verkaufen, im Prinzip handelt es sich jedoch um eine langfristige Geldanlage.

Die größten Gewinne am Aktienmarkt wurden schon immer von denjenigen erzielt, die eine Ent¬wicklung frühzeitig erkennen und so gute Nerven haben, den folgenden Aufschwung in voller Länge auszusitzen. Natürlich darf man auch einmal auf kurzfristige Tendenzen einer Einzelaktie oder einer bestimmten Branche setzen, aber das kann schiefgehen. Für solche spekulativen Engagements sollte man ausschließlich „Spielgeld" einsetzen, dessen Verlust man sich notfalls leisten kann. Und außerdem muß man ein funktionierendes Risikomanagement betreiben. Das bedeutet, daß man mit Einsatzbegrenzung und Stopp-Kursen arbeitet. Faustregel: Wenn ein riskantes Engagement schiefgeht, darf der daraus resultierende Verlust nicht mehr als ein Prozent des Gesamtkapitals ausmachen.

So ein kleiner Verlust kann wieder wettgemacht werden. Wer aber zuviel riskiert, setzt im Extremfall seine finanzielle Existenz aufs Spiel. Spekulative Engagements sollten in jedem Fall die Ausnahme bleiben, der Großteil des für Aktien reservierten Kapitals muß in erstklassige Werte fließen, die sich durch solides Wachstum auszeichnen. Wenn dann noch eine attraktive Dividendenrendite hinzukommt – um so besser für den Anleger. Allein wegen der Dividendenrendite sollte man jedoch nie eine bestimmte Aktie kaufen. Im Gegensatz zu erstklassigen Anleihen, deren Ausschüttungen regelmäßig und garantiert sind, hängt die Dividende von Aktien davon ab, wie sich die Gewinne der betreffenden Gesellschaft entwickeln.

Und da kann es durchaus zu unangenehmen Überraschungen kommen. Für spekulative Anleger ist es natürlich reizvoll, sich am Optionsscheinmarkt zu engagieren, wenn sich eine günstige Gelegenheit ergibt. Auf diese Weise lassen sich oft mit geringem Kapitaleinsatz beachtliche Kursgewinne erzielen. Allerdings gilt auch hier: Jede Medaille hat zwei Seiten. Wer sich ohne funktionierendes Risikomanagement auf den Optionsscheinmarkt wagt, kann hohe Verluste erleiden. Optionsscheine kommen daher nur als Beimischung und Ergänzung eines gut diversifizierten Depots in Frage.

Ihr Anteil am Gesamtkapital sollte höchstens 2-3 Prozent betragen. Wer Aktien besitzt oder gar auf den schnellen Gewinn mit Optionsscheinen aus ist, muß sich natürlich ständig über die Entwicklung seiner Papiere informieren. Je spekulativer die Anlageform, desto unerläßlicher ist es, daß man sich täglich vergewissert, ob das Engagement auch so läuft wie gewünscht. Anleger, die dazu keine Zeit haben oder sich nicht mit Börsendetails befassen wollen, können Anteile von Aktienfonds kaufen und die Verwaltung ihres Kapitals wirklichen oder Experten überlassen.

Eine interessante Anlagevariante zu Aktienfonds sind Index-Zertifikate. Diese Papiere vollziehen die Entwicklung bestimmter Aktien-Indizes – zum Beispiel des DAX – exakt nach und weisen zudem einige Vorteile gegenüber Fonds-Anteilen auf. Die Auswahl ist groß, und jeder Anleger hat die Möglichkeit, sich eine exakt auf seine persönlichen Bedürfnisse und Wünsche zugeschnittene Kombination verschiedener Geldanlagen zusammenzustellen.

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