Der Einstieg in Ihre persönliche Aktienanlage

admin
22.07.2007

Der Einstieg in Ihre persönliche Aktienanlage

Wie Sie offensichtlich gute und solide Unternehmen als Einstieg in Ihre persönliche Aktienanlage nutzen können

Peter Lynch, einer der erfolgreichsten Fondsmanager der USA empfiehlt:

Kaufen Sie einen Anteil eines Unternehmens, von dem auch Tante Emma weiß, dass es offensichtlich großartig ist.

In seinen Büchern berichtet Lynch von der achten Klasse einer Gesamtschule aus Boston, die regelmäßig mit dieser Strategie besser gefahren ist, als die sogenannten "Experten" an der Wall Street. Die Schüler kauften McDonalds-, Nike- oder Coca-Cola-Aktien, weil Sie die Produkte der Unternehmen kannten und an die Unternehmen glaubten.

Einfach? Zu einfach? Ja, wenn Sie das "gewisse Kribbeln" verspüren wollen, dann kaufen Sie doch Futures auf Kenianischen Hochlandkaffee. Sie kommen wahrscheinlich aus dem Kribbeln gar nicht mehr hinaus.

Wahre Größe ist einfach. Das sagen Ihnen die Experten in Frankfurt oder New York aber nicht. Denn dann könnten Sie ja Ihre Geldanlagen selber in die Hand nehmen.

Wie entdecke ich Meister?

Vier Eigenschaften: Zunächst einmal dürfte dies nicht so schwer sein. Offensichtlich großartige Geldanlagen sollten offensichtlich sein. Es lohnt sich aber mit dem gesunden Menschenverstand noch einige Fragen zu stellen, um auf Nummer sicher zu gehen:

1. Hat das Unternehmen eine Marke, welche möglichst weltweit bekannt ist und gekauft wird?

Mercedes ist eine der bekanntesten Marken auf der Welt. Auch in den entferntesten Winkeln strahlt der Stern. In Tansania gab es im Jahre 1984 zwei Mercedes - einen für den Staatspräsidenten und einen für den reichsten Unternehmer des Landes. Obwohl sich der Rest der Tansanianer einen solchen Luxus nicht leisten konnte, setzten Präsident und Unternehmer Maßstäbe für kommende Generationen. Mit Chrysler sind weitere bekannte Marken hinzugekommen (Jeep Cherokee, Jeep Wrangler).

2. Ist es das beste Unternehmen in seiner Branche?

Das ist nicht immer leicht zu beantworten. Wer ist nur besser? BMW oder DaimlerChrysler? Aber die Spitzengruppe ist normalerweise leicht zu identifizieren. Wir sollten uns darauf einigen können, dass Mercedes, BMW und Porsche die besten Autos der Welt sind. Gef#llt Ihnen ein Unternehmen davon besonders gut, dann kaufen Sie dieses.

3. Kaufen die Leute Ihre Produkte regelmäßig?

Je näher das Unternehmen an geringwertigen Wirtschaftsgütern ist (sogenannte Consumer Brands), desto besser. Konsumenten kommen immer wieder, um diese Güter zu kaufen (Coca-Cola, Gillette, Nike, The GAP, Wrigley, Pepsi, McDonalds etc.). Wenn der Preis eines Wirtschaftsgutes gering ist, überlegt und verhandelt man als Käufer nicht lange, sondern kauft. Ganz anderes bei höherwertigen Konsumgütern - bei einem Mercedes lohnt es sich schon einmal, zu verhandeln. Und wenn die Wirtschaft einmal nicht so gut geht, stellen Sie den Kauf Ihrer nächsten S-Klasse vielleicht sogar mal um ein Jahr zurück.

Deutsche Unternehmen sind selten die Meister bei geringwertigen Konsumgütern - dieser Platz gebührt den Amerikanern. Deutsche Unternehmen basteln nun einmal lieber in der Industrie herum. Weltmarken haben wir vor allem beim Automobilbau, in der Chemie und beim Maschinenbau. Autos werden regelmäßig gekauft, aber nicht so regelmäßig wie Coca-Cola. Das sollte uns aber nicht davon abhalten, in die Autofirmen zu investieren. Die deutsche Industrie ist auch stark in der Chemie und Pharmazie, bei Haushaltsgeräten und zum Teil bei Bekleidung. Bayer (Aspirin), Fresenius (Pharma) sind Meister ihres Fachs und kommen für die Langfristanlage durchaus in Frage.

4. Verdienen diese Unternehmen viel Geld?

Dabei lohnt es sich, die Gewinnmarge und nicht die absolute Höhe der Gewinne zu betrachten. Sie müssen dazu nur die Jahresgewinne, die Sie in der Bilanz finden, durch den Umsatz dividieren. Je höher die Marge ist, desto besser und effizienter arbeitet das Unternehmen.

Hier schneiden Hersteller von Konsumgütern in der Tat besser ab. Für die international orientierten Anleger unter uns heißt das - kaufen Sie tatsächlich etablierte amerikanische Unternehmen wie Nike, Coca-Cola, The GAP etc. Für die Daimler-Anleger heißt es: verfolgen Sie die Entwicklung der Gewinnmargen über die Jahre. Wird Daimler-Chrysler es schaffen, seine Margen zu verbessern? Wenn ja, kann die Aktie getrost gehalten werden, wenn die Margen sich nach unten entwickeln, sollten Sie nach einigen Jahren über das Verkaufen nachdenken. Wir sind aber optimistisch, dass es nach der Fusion nach oben zeigen wird.

Na ja, jetzt haben Sie noch keinen Geschäftsbericht zur Hand. Und wir hatten Ihnen versprochen, dass Sie Meister auch kaufen können, ohne etwas von Geschäftsberichten zu verstehen. Können Sie auch. Aber auf Dauer sollten Sie sich mit "Ihren" Unternehmen vertraut machen. Und dazu ist der Geschäftsbericht eine wichtige Quelle. Keine Angst, es ist ganz einfach.

5. Sind die Unternehmen bis jetzt erfolgreich gewesen?

Wir glauben daran, dass nichts so erfolgreich wie der Erfolg ist. Sanierungskandidaten kaufen wir nicht, auch wenn sie gerade "billig" aussehen. Und Daimler-Chrysler war (abgesehen von einigen Episoden), meistens recht erfolgreich.

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