Diagnose Multiple Sklerose
Multiple Sklerose ist in Deutschland die häufigste Nervenerkrankung. Sie ist eine entzündliche, chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems und verläuft schubartig.
Sie ist eine Autoimmunkrankheit. Körpereigene Abwehrzellen schädigen das Nervensystem. Das Gehirn kann keine elektrischen Impulse mehr empfangen.
Multiple Sklerose bedeutet: multiple (viele) Entzündungen im Rückenmark und Gehirn, die während des Krankheitsverlaufes sklerosieren (vernarben). Diese Krankheit tritt in Nord- und Mitteleuropa häufiger auf als in Afrika oder Südeuropa. Hierbei werden alle Funktionen des zentralen Nervensystems in Mitleidenschaft gezogen. Erste Alarmzeichen sind Entzündungen der Sehnerven (Schleiersehen), Gedächtnisstörungen, Störungen des Bewegungsapparates, Sprachstörungen und Depressionen.
Man geht davon aus, dass Viren – die das Nervensystem befallen – für den Ausbruch der Krankheit mitverantwortlich sind. Oft geschieht dies lange Jahre vor dem Ausbruch. Multiple Sklerose ist weder ansteckend noch kann sie vererbt werden. Forschungen haben ergeben, dass bestimmte Gewebeeigenschaften mitverantwortlich sind.
Bei der Diagnose Multiple Sklerose gibt es zwei verschiedene Verlaufsformen. Die schubweise Entwicklung der Krankheit ist die häufigste Art.
Möglich ist eine Rückbildung der Symptome, d. h. es bleiben keine bleibenden Schäden, es gibt aber auch Verlaufsformen mit bleibenden Schäden. Eine andere, seltene Form tritt auch schubweise auf. Der Unterschied besteht darin, dass diese Krankheit chronisch wird und es dadurch zu bleibenden Folgeschäden kommt. Die Leitfähigkeit der Nervenbahnen wird durch die Entzündungsprozesse unwiderruflich zerstört. Es kommt zu irreversiblen Lähmungen. Eine schwere, aber sehr seltene Form ist die akute Multiple Sklerose, die schnell zum Tode führt.
Bis heute gibt es keine Therapie, die Multiple Sklerose heilen kann. Bei Auftreten eines Schubes wird von den Ärzten hoch dosiertes Kortison verabreicht. Außerdem versucht man das Immunsystem zwischen den Schüben mit so genannten Immunsuppresiva z.B. Beta-Interferon zu stärken. Wichtig ist auch eine psychologische Begleitung während des Krankheitsverlaufes. Man versucht dadurch, den Kranken emotional und psychisch zu stabilisieren. Alternative Methoden sind Magnetfeldtherapie, Akupunktur oder die Behandlung mit Bienengift. Diese Anwendungen sind wissenschaftlich noch nicht ausgereift.
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