Marie Esprit Léon Walras
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Redaktion 01.03.2011 |
Walras, Marie Esprit Léon (1834 - 1910) Am 16. Dezember 1834 wurde Léon Walras in Evreux in der Normandie geboren. Nach seinem Schulabschluß studierte er Literatur und Mathematik. Zuerst der Literatur zugewandt, schrieb er den Roman "Francis Saveur", lebte einige Zeit als Bohemien, wechselte dann aber zur Mathematik. Sein Vater und dessen Schulkamerad Cournot beeinflussten seine Arbeiten zur mathematischen Nationalökonomie entscheidend. Walras setzte sich für Steuer- und Landreformen ein. 1860 hatte er einen glänzenden Auftritt auf einem Steuerkongreß in Lausanne. 1870 wurde ihm an der dortigen Universität der Lehrstuhl für Politische Ökonomie angeboten.
Sein Buch "Elements d'economie politique pure", 1874/1877 erschienen, enthielt Gedanken zu notwendigen wirtschaftlichen Beziehungen, zur sozialen Ethik, zur Finanzwissenschaft und zu alternativen Wirtschaftsformen. 1898 erschien das weiterführende Werk "Etudes d'economie politique appliquée". Hierin geht es um praktische Fragen wie freier Wettbewerb, Monopole, Bank- und Kreditwesen, Freihandel. Walras entwickelte Modelle für ein allgemeines Gleichgewicht, die auf subjektiven Daten, dem Verhalten und den Zielen von Unternehmern und Käufern sowie auf objektiven Daten, dem technischen Fortschritt, den Produktionsfaktoren und der sozialen Ordnung gründen. Nach seiner Überzeugung tendiert freie Marktwirschaft automatisch zum Gleichgewicht, wenn alle Personen, die am Wirtschaftsleben teilnehmen, ihre persönlichen Interessen verfolgen können und sich die Preise dem Wechselspiel von Angebot und Nachfrage anpassen können.
Jeder Mensch - so Walras - strebe danach, seinen Nutzen zu vergrössern.Dazu braucht er eine Vorstellung davon, wie groß der Nutzen ist, den er aus einer Ware zieht. Die Psychologie hilft bei der Berechnung dieses Nutzens. Die Dringlichkeit eines Bedürfnisses und die Höhe des Nutzens zahlt sich in Geld aus. Menger, Jevons und Walras formulierten unabhängig voneinander die Lehre vom abnehmenden Nutzenzuwachs (Grenznutzen). Irgendwann kommt der Zuwachs an Nutzen zur Sättigung. Walras wahre Bedeutung, die Tiefe seiner Gedanken, wurden erst nach seinem Tod offenbar. Am 5.1.1910 starb Walras in Clarens /Montreux.
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