Vorzeitige Wechseljahre – Schädigung des Gehirns?
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Redaktion 26.11.2010 |
Eine Anfang November 2007 veröffentlichte Studie soll belegen, dass vorzeitige Wechseljahre zu einer Demenz- und Parkinsonerkrankung führen können. Die Entfernung der Eierstöcke vor der Menopause kann das Gehirn durch einen Mangel an weiblichen Geschlechtshormonen schädigen. In einer aktuellen Stellungnahme weist die Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) in München darauf hin, dass in derartigen Fällen die Gabe von Östrogenen Schutz für Gehirn und Nerven bietet.
Experimentielle Studien belegen eindeutig diesen Nerven schützenden Effekt der Östrogene. "Epidemiologische Ergebnisse aus Klinik und Praxis sind dagegen widersprüchlich", sagt Professor Dr. med. Ludwig Kiesel, Sprecher der Sektion Reproduktionsbiologie und -medizin der DGE, Münster. Das Gedächtnis sei nicht bei einem natürlichen Übergang in die Wechseljahre gefährdet.
Problematischer ist der abrupte Übergang bei der Entfernung beider Eierstöcke. Hier gibt es Hinweise, dass dieser Eingriff Beeinträchtigungen auf das episodische und verbale Gedächtnis haben kann.
Neue Studien der Mayo Clinic in Rochester bestätigen dies jetzt: Wissenschaftler befragten insgesamt 2.327 Frauen, die sich zwischen 1950 und 1987 aus medizinischen Gründen einen oder beide Eierstöcke entfernen lassen mussten. Im Vergleich zu anderen gleichaltrigen Frauen zeigte sich, dass die Studienteilnehmerinnen später bedeutend häufiger an Gedächtnisschwund oder Schüttellähmung litten. Für Parkinsonismus im Alter erhöht sich das Risiko um 68 Prozent.
Das Risiko steigt mit der Zahl der Jahre, die zwischen der Operation und dem natürlichen Alter des Eintritts in die Menopause liegen. Für vor dem 38. Lebensjahr operierte Frauen ist es am höchsten. Weitere Informationen gibt es unter
www.wechsel-jahre.info
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