Walter Eucken
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Tobias 08.01.2011 |
Eucken, Walter (1891 - 1950) Walter Eucken, geboren am 17.1.1891 in Jena, stammte aus einer sehr angesehenen Familie. Sein Vater war ein bekannter Philosoph, seine Mutter Malerin. Wichtige Personen gingen dort ein und aus: Gerhart Hauptmann, Sven Hedin, Henri Bergson u.a. Eine geistige Umgebung also für Walter Eucken, die Anregungen vermittelte und hohe Ideale transportierte. Er studierte in Jena, Bonn und Kiel Wirtschaftswissenschaften, kämpfte im 1.Weltkrieg als Frontsoldat und habilitierte sich 1921 in Berlin.
Nach dem 1. Weltkrieg
Ab 1927 lehrte Eucken in Freiburg, trotz verlockender Angebote blieb er Freiburg die Treue. Sowohl aus Gewissensgründen, wie auch aus ökonomischen Gründen war ihm das Naziregime verhaßt. Er stand in vorsichtigem Kontakt zu den Widerstandskämpfern. Nach dem Untergang des Dritten Reiches setzte der Wiederaufbau in den westlich besetzten Zonen ein. Ganz im Sinne Euckens setzte Ludwig Erhard die freie, die kapitalistische Marktwirtschaft mit sozialen Komponenten durch. Eucken hatte nichts übrig für eine staatlich gelenkte Wirtschaft. Grundsätzlich könne eine Gesellschaft sich immer zwischen zwei Grundformen der Wirtschaft entscheiden: der Plan- und der Verkehrswirtschaft. Bei der Planwirtschaft übernimmt der Staat die zentrale Planung im zweiten Fall die Betriebe und die einzelnen Haushalte.
Euckens Verdienst
In der Verkehrs- und Wettbewerbswirtschaft ermittelt der Preis die Knappheit der Waren. Festgesetzte Preise wie in der Planwirtschaft üblich, geben keine realistische Auskunft über den Güterwert. Ziel muß nach Eucken sein, alle Waren mit geringstmöglichem Kostenaufwand herzustellen, dazu kann nicht auf den Preis als Knappheitsmesser verzichtet werden. Die in der Planwirtschaft herrschende Vollbeschäftigung sei eine künstliche, die letztendlich den Staat ruiniere. Euckens Verdienst besteht darin, daß er den Staat zum Wächter über den Wettbewerb erhob, ihm aber verbot, in den Wirtschaftsprozess einzugreifen. Wichtige Grundsätze seien: Offener Zugang zu den Märkten, Privateigentum an den Produktionsmitteln, Vertragsfreiheit, Sorge des Staates für eine stabile Währung, berechenbare Wirtschaftspolitik, Haftung für Schadensfälle, Verhinderung von Monopolen. Eucken war in der praktischen Wirtschaftspolitik der wohl einflußreichste deutsche Ökonom. Ohne sein Tun ist die Soziale Marktwirtschaft kaum vorstellbar. Am 20. März 1950 starb Walter Eucken gänzlich unerwartet in London während einer Vortragsreise an einem Herzinfarkt.
Der Walter-Eucken-Preis
"Der Walter-Eucken-Preis, der zuletzt 1999 vergeben wurde, ist nach einem der geistigen Väter der Sozialen Marktwirtschaft und Begründers der ordoliberalen „Freiburger Schule“ benannt. Eucken war geborener Jenenser und Sohn des Philosophen und Nobelpreisträgers für Literatur, Rudolf Eucken.
Der Forschungspreis wird im Rahmen der am 17. und 18. Februar 2011 in Jena stattfindenden Konferenz „Wachstum durch Ordnungspolitik in einer globalisierten Welt“ der Jenaer Allianz zur Erneuerung der Sozialen Marktwirtschaft verliehen."
(Quelle: https://www.jenapolis.de/74649/wirtschaftswissenschaftliche-fakultaet-der-universitaet-jena-schreibt-walter-eucken-preis-aus/trackback/)
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